Sind NFT die neuen Bitcoins?

Als hochbejubelter Trend sorgten NFT im letzten Jahr für Furore. Das Bild „Merge“ des mysteriösen Künstlers Pak wurde für 91,8 Mio. US-Doller verkauft. Doch das Interesse lässt nach. Der Marktwert sinkt. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in NFT zu investieren? Und was genau sind NFT überhaupt?
Sind NFT die neuen Bitcoins?
© decovector
Erstellt von Dietmar vor 6 Monaten
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NFT gelten als eines der angesagtesten Themen im Bereich Crypto-Währung. Kaufen kannst du sie auf diversen Online-Marktplätzen wie OpenSea oder Binance. Alles, was sich digitalisieren lässt, kann ein NFT-Zertifikat erhalten. Dadurch wird es einzigartig, auch wenn es nicht das Einzige seiner Art ist.

Was sind NFT?

NFT ist die Kurzfassung für Non-fungible Tokens. Dabei handelt es sich um ein mittels Blockchain zertifiziertes digitales Dokument (zumeist eine Bild- oder Audiodatei), das den Eigentümer eines digitalen Produkts ausweist. Vergleichbar ist das mit einer Verkaufsurkunde. Im Gegensatz zu einem Copyrightvermerk handelt es sich hierbei nicht direkt um einen Verweis auf die Nutzungsrechte. Dateien mit NFT dürfen kopiert und weitergegeben werden. Das durch die NTF zertifizierte digitale Produkt gilt jedoch als Original und ist damit einzigartig.

Vergleichbar ist das mit einem Gemälde. Van Goghs „Sternennacht“ zum Beispiel hängt als Kunstdruck in vielen Haushalten. Das Original gehört dem Museum Of Modern Art in New York. Eine Verkaufsurkunde bestätigt den Besitz und die Echtheit des Gemäldes. Ähnlich funktioniert das NFT-Zertifikat. Es gibt nur einen Unterschied: Auch wenn ein geübter Fälscher Van Goghs Bild originalgetreu kopiert, es wird nie das Original sein. In der virtuellen Welt sieht das anders aus. Solange die Kopie einer Datei dasselbe Format und dieselbe Qualität hat, gibt es keinen Unterschied. Die Kopie wird zum Original. Es ist dieselbe Zusammensetzung aus Einsen und Nullen. Das Einzige, dass beide Dateien unterscheidet, ist das Zertifikat.

Seltenheit und Authentizität

Im Prinzip sind NFT die logische Weiterentwicklung von Bitcoins. Wenn ich eine virtuelle Währung habe, benötige ich auch etwas Virtuelles, das ich damit kaufen kann. Das Internet ist ein flüchtiges Medium. Daten, Informationen, News, Bilder, Videos, Musik. Das alles können wir nahezu grenzenlos konsumieren und müssen für vieles noch nicht einmal bezahlen. Es ist ständig verfügbar in Hülle und Fülle. Wir können es uns downloaden, es uns kopieren. Dann gehört es zwar uns, aber nicht uns allein. Es ist nicht exklusiv. NFT kreieren etwas, an dem es in der digitalen Welt fehlt: Seltenheit und Authentizität. Für Brands sind diese beiden Faktoren eine Daseinsberechtigung. Louis Vuitton kann eine Handtasche für 1.000 Euro anbieten. Der Kunde kauft sie, weil sie selten ist - und weil sie eben von Louis Vuitton ist. Im Gegenzug kann er dann zeigen: "Ich gehöre zur High Society", ohne wörtlich zu sagen: " Ich gehöre zur High Society". Aber Branding ist nicht allein das Signalisieren von Erfolg oder Wohlstand. Doc Marten-Stiefel sagen etwas aus und Nike Turnschuhe sagen wiederum etwas anderes aus. Das NFT-Zertifikat bietet uns Identität in einer anonymisierten Welt. Die Frage ist, ob diese Identität echt ist.

Sollte ich in NFT investieren?

Darüber wird im Netz viel diskutiert. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht und schon gar keine Garantie. NFT wären nicht der einzige Trend, der sich binnen eines Jahres selbst überlebt hat. Ende 2021 lag ihr Schätzwert immerhin bei 41 Milliarden US-Dollar. Twitter lässt NFT als Profilbilder zu und auch Spotify stellt NFT ein. Selbst die ZTF-zertifizierte virtuelle Version eines McRib kannst du im Netz kaufen, so du es willst. Doch die Nachfrage sinkt. Die Suchanfragen im Netz gehen stark zurück. Vermehrte Betrugsfälle haben die Konsumenten verschreckt. Ob NFT die neuen Bitcoins werden, die ja zeitweise schon fast in der Versenkung verschwunden waren, bleibt abzuwarten. Sein Geld in NFT anzulegen ist spekulativ. Ähnlich wie das Investment in eine Aktie, deren Kurs man nicht vorhersehen kann. Auf der anderen Seite: Je höher das Risiko der Investition, desto höher auch der potenzielle Gewinn.

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Kontaktperson
Susan Niemeier
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