Staatliche Fördermittel für Unternehmen
Ein Förderprogramm beinhaltet verbindliche Regeln, die von der öffentlichen Verwaltung aufgestellt werden.
Die öffentliche Verwaltung ist nach dem Hochschullehrer für Verwaltungsrecht Otto Mayer (1846 bis 1924) definiert worden und benennt sie als Teil der Exekutive (ausführende Gewalt), die öffentliche Aufgaben wahrnimmt. Sie kann durch den Staat oder einen anderen Träger der öffentlichen Verwaltung repräsentiert werden.
Die verbindlichen Regeln eines Förderprogrammes haben zum Ziel, dass die Förderzwecke der öffentlichen Fördermittel durchgesetzt werden sollen und schaffen auf diese Weise Rahmenbedingungen, um geförderte Projekte umzusetzen.
Definition Digitalisierung
Der Begriff Digitalisierung beschreibt in seinem Ursprung das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate und deren Verarbeitung/Speicherung in einem digitaltechnischen System.
Die Digitaltechnik ist Teil der technischen Informatik. Sie befasst sich mit der Funktion von digitalen Schaltungen.
Mittlerweile wird der Digitalisierungsbegriff jedoch eher als Begrifflichkeit für die digitale Transformation und die Durchdringung aller Bereiche von Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Alltag verwendet. Durch die Digitaltechnik ergeben sich fortwährend Potentiale, die konsequent ausgeschöpft werden können.
Digitalisierung Förderung
Es existieren eine Vielzahl von Förderprogrammen, die finanzielle Zuschüsse für Unternehmen bereitstellen, die die Digitalisierung innerhalb ihres Unternehmens vorantreiben möchten. Beispielhaft werden im folgenden Förderprogramme aufgeführt, die Fördermittel für Digitalisierungen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen anbieten.
Fördermittel Digitalisierung
Stand: Juli 2026. Förderprogramme haben feste Laufzeiten und werden regelmäßig geändert oder eingestellt. Die folgende Übersicht ordnet die bekanntesten Digitalisierungsprogramme ein und nennt ihren aktuellen Status. Verbindlich sind immer die Angaben der jeweiligen Förderstelle.
- Transfer BONUS Design (Berlin, aktiv)
Das frühere Förderprogramm Design Transfer Bonus wird heute als Transfer BONUS Design fortgeführt. Es gibt Design-Kompetenz aus Designunternehmen und Hochschulen an kleine und mittlere Unternehmen sowie Unternehmen der Sozialen Ökonomie weiter, die technologieorientierte Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Informationen unter transferbonusdesign.de. - unternehmensWert: Mensch (bundesweit, ausgelaufen)
Das Programm unterstützte kleine und mittlere Unternehmen beim Aufbau einer zukunftsfähigen Personalpolitik und endete am 31. Dezember 2022. Die Nachfolge trat das INQA-Coaching an. - go digital (Bund, ausgelaufen)
Das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums förderte Beratungs- und Umsetzungsleistungen in den Modulen Digitalisierte Geschäftsprozesse, Digitale Markterschließung und IT-Sicherheit. Anträge sind seit Anfang 2025 nicht mehr möglich. - Digital Jetzt (Bund, ausgelaufen)
Gefördert wurden Investitionen in digitale Technologien und die Qualifizierung von Beschäftigten. Das Programm endete am 31. Dezember 2023. - Digitalprämie Berlin (Land Berlin, ausgelaufen)
Die Digitalprämie bezuschusste Digitalisierungsvorhaben von Berliner Soloselbstständigen und KMU. Neue Anträge sind nicht mehr möglich, die Investitionsbank Berlin verweist auf ihre laufenden Programme.
Eine aktuelle und vollständige Übersicht über Programme von Bund, Ländern und EU bietet die Förderdatenbank des Bundes.
Transfer BONUS Design (früher Design Transfer Bonus)
Worum geht es?
Der Transfer BONUS Design soll KMU und Sozialunternehmen dabei unterstützen, Gestaltungskompetenz in ihre Innovationsprozesse einzubinden. Die regionale Kompetenz wird durch die Zusammenarbeit der Designbranche mit KMU und Sozialunternehmen gestärkt. Zudem soll der Eintritt in internationale Märkte erleichtert werden.
Wer kann die Förderungen in Anspruch nehmen?
Gefördert werden können kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen und Unternehmen im Bereich der Sozialen Ökonomie mit Betriebsstätte in Berlin.
Was wird gefördert?
- Externe Entwurfsarbeiten
- Leistungen des Designs für die Entwicklung neuer oder veränderter Produkte (Beratung, Projekt- und Designmanagement)
- Produkte, die bereits bestehen und erheblich qualitativ verbessert werden sollen (Interface- und Interaction-Design)
Auf welche Weise wird gefördert?
Gefördert wird ein Anteil der förderfähigen Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag. Fördersatz und Obergrenze werden regelmäßig angepasst, maßgeblich ist die jeweils geltende Förderrichtlinie der Förderstelle.
unternehmensWert: Mensch (uWM), ausgelaufen
Worum ging es?
Das bundesweite Förderprogramm unternehmensWert: Mensch unterstützte kleine und mittlere Unternehmen dabei, eine Personalpolitik zu entwickeln, die sich durch Zukunftsfähigkeit und Mitarbeiterorientierung auszeichnet. Es endete am 31. Dezember 2022, die Beratungsförderung wird über das Nachfolgeprogramm INQA-Coaching fortgeführt. Der folgende Abschnitt beschreibt die Ausgestaltung des ausgelaufenen Programms.
Dafür sind Beratungen in vier Handlungsfeldern vorgesehen, die gefördert werden:
- Personalführung
- Chancengleichheit und Diversität
- Gesundheit
- Wissen und Kompetenz
Wer konnte die Förderung in Anspruch nehmen?
Unternehmen, die ihren Sitz und ihre Arbeitsstätte in Deutschland haben, einen Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanz von weniger als 43 Mio. Euro erzielen, mindestens bereits zwei Jahre bestehen, weniger als 250 Beschäftigte führen und mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit nachweisen können.
Was wurde gefördert?
Gefördert wurden Unternehmen, die bereit waren, nachhaltige Lern- und Veränderungsprozesse durchzuführen.
Auf welche Weise wird gefördert?
Die Kosten für die Beratungen können je nach Unternehmensgröße anteilig von ca. 50 bis 80 Prozent übernommen werden.
Ablauf der Antragstellung
Ein förmlicher Antrag war nicht nötig, das Programm lief in drei Schritten ab.
Im ersten Schritt findet eine kostenlose Erstberatung statt. Bundesweit gibt es einige Erstberatungsstellen, die auf der Programm Website für die jeweiligen Regionen gesucht werden können. In den Erstberatungen werden die Unternehmen durch das Programm geführt und beantworten alle aufkommenden Fragen.
Dort wird die Förderfähigkeit analysiert und der konkrete Veränderungsbedarf im Unternehmen herausgearbeitet.
Wenn alle Formalitäten stimmen, wird dem Unternehmen ein Beratungsscheck übergeben, mit dem die Prozessberatung durchgeführt werden kann.
Die Prozessberatung findet mit einem Prozessberater direkt im Unternehmen statt, der aus dem Prozessberaterpool ermittelt werden kann. In diesem zweiten Schritt werden mit der Geschäftsführung und den Beschäftigten Lösungsstrategien herausgearbeitet.
Im dritten Schritt des Förderprogramms findet das Ergebnisgespräch statt. Ein halbes Jahr nach Beendigung der Prozessberatungen wird über das Erreichte gesprochen. Um die Veränderungen langfristig zu erhalten, können zusätzliche Unterstützungsangebote besprochen werden.
go digital, ausgelaufen
Worum ging es?
Das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums lief Anfang 2025 aus. Es bestand aus drei Modulen:
- „Digitalisierte Geschäftsprozesse“
- „Digitale Markterschließung“
- „IT-Sicherheit“
Diese unterstützen bei der Optimierung von Prozessen mithilfe der Digitalisierung. Zudem werden Unternehmen bei der Erschließung von zusätzlichen Marktanteilen unterstützt. „Go digital“ übernimmt auch die Finanzierung der Maßnahmen, die vor dem Verlust sensibler Daten schützen sollen.
Wer konnte die Förderung in Anspruch nehmen?
Rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (KMU) und Unternehmen des Handwerks werden gefördert.
Was wurde gefördert?
Mit Zuschüssen unterstützt werden gezielte Beratungs- und Umsetzungsleistungen durch autorisierte Beratungsunternehmen innerhalb der drei Module.
Auf welche Weise wurde gefördert?
Beratertagessätze wurden bis zu einer festgelegten Obergrenze anteilig gefördert. Der zuletzt geltende Fördersatz lag bei 50 Prozent.
Ablauf der Antragstellung
-
Phase 1
Alle relevanten Themen werden mit dem begünstigten Unternehmen besprochen. Außerdem werden die Formulare ausgefüllt und unterschrieben. -
Phase 2
Über ein Portal werden die gewünschten Informationen seitens des Unternehmens in die entsprechende Felder eingetragen.
Digital Jetzt, ausgelaufen
Worum ging es?
Viele Unternehmen haben einen hohen Digitalisierungsbedarf, vor allem im Bereich der IT-Sicherheit. Um diesen zu decken, rief das Bundeswirtschaftsministerium das Förderprogramm Digital Jetzt ins Leben. Es endete am 31. Dezember 2023.
Wer konnte die Förderung in Anspruch nehmen?
Kleine und mittelständische Unternehmen werden gefördert.
Was wurde gefördert?
Zuschüsse werden für Investitionen in digitale Technologien und in die Qualifizierung der Beschäftigen zu Digitalthemen gegeben.
Auf welche Weise wurde gefördert?
Gefördert werden digitale Bestrebungen des Unternehmens, die mithilfe eines konkreten Digitalisierungsplans realisiert werden sollen. Die Zuwendung wird in Form einer Anteilfinanzierung gewährt und richtet sich nach der Unternehmensgröße.
Ablauf der Antragstellung
Das Antragsformular kann online ausgefüllt werden.
Digitalprämie Berlin, ausgelaufen
Worum ging es?
Unternehmen verfügen häufig nicht über die finanziellen Mittel, um die digitale Transformation voranzutreiben. Die Digitalprämie Berlin sollte Digitalisierungsprozesse fördern und Unternehmen durch Zuschüsse ermutigen, in digitale Technologien und IT-Sicherheit zu investieren.
Wer konnte die Förderung in Anspruch nehmen?
Die Förderung in Anspruch nehmen können kleine und mittelständische Unternehmen und Soloselbstständige, die hauptberuflich in Berlin arbeiten.
Was wurde gefördert?
Unternehmen sollen stärker in digitale Technologien investieren und die IT-Sicherheit verbessern. Der Wirtschaftsstandort Berlin soll dadurch in puncto Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit optimiert werden.
Auf welche Weise wurde gefördert?
Das Programm bestand aus zwei Modulen, die sich an unterschiedlich große Betriebe richteten: Digitalprämie Basic für Soloselbstständige und kleine Betriebe sowie Digitalprämie Plus für größere KMU. Die Förderhöhen wurden über die Laufzeit mehrfach angepasst. Neue Anträge sind nicht mehr möglich.
Fördermittel beantragen
Das Angebot an bestehenden Förderprogrammen, die staatliche Zuschüsse liefern, ist groß. Die vorgestellten Förderprogramme bilden lediglich ausgewählte Beispiele ab.
Wenn ein Unternehmen die Kriterien für eine Förderung erfüllt, kann es Fördermittel beantragen.
Viele der Förderprogramme setzen auf ein elektronisches Anmeldeformular, in dem durch Ausfüllhilfen beschrieben ist, welche Informationen in den Antrag gehören und welche Anlagen beigefügt werden müssen.
Europäische Union Fördermittel
Der weit überwiegende Teil des EU-Haushalts fließt in Form von Fördermitteln an Bürgerinnen und Bürger, Regionen, Kommunen, Landwirte und Unternehmen zurück.
In allen 27 Mitgliedstaaten fördert die Europäische Union Projekte und Programme. Beispiele dafür sind die Regional- und Stadtentwicklung, die Beschäftigung und soziale Eingliederung, Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes, Meeres- und Fischereipolitik und Forschung und Innovation.
Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten tragen eine gemeinsame Verantwortung für die ordnungsgemäße Verwendung der EU-Fördermittel. Allerdings werden große Teile des Fördergeldes von den jeweiligen EU-Staaten selbst verwaltet. Für Prüfungen und Kontrollen sind daher die Behörden der EU-Länder verantwortlich.
In Deutschland entscheiden über die Verteilung eines großen Teils der EU-Fördermittel die Bundesländer.
Ziele für Investitionen
Die EU-Förderung unterstützt Projekte, um folgende Ziele zu erreichen:
- Regionale Ungleichheiten in der Wettbewerbsfähigkeit reduzieren
- Förderung von Forschung und Innovation
- Unterstützung der Energiewende und vermehrte Nutzung von erneuerbaren Energien
- Arbeitsmarktpotentiale nutzen, Bildungserfolge steigern und die soziale Inklusion stärken
Förderperioden der EU
Die EU-Förderung ist in mehrjährige Förderperioden gegliedert. Die Periode 2014 bis 2020 stellte Deutschland unter anderem rund 27,9 Milliarden Euro aus den europäischen Struktur- und Investitionsfonds bereit. Seit 2021 läuft die Förderperiode 2021 bis 2027 mit eigenen Programmen und Budgets.
Beispiel Horizont Europa
Ein großes Ziel der EU-Förderung ist die Stärkung von Forschung und Innovation. Das Rahmenprogramm Horizont 2020 stellte dafür bis 2020 rund 80 Milliarden Euro bereit. Seit 2021 wird es durch Horizont Europa fortgeführt, das ebenfalls kleinen und mittleren Unternehmen offensteht.
Horizont 2020 war in drei Schwerpunkte gegliedert:
- Wissenschaftsexzellenz
- Führende Rolle der Industrie
- Gesellschaftliche Herausforderungen
Weiterführende Informationen
Weitere EU-Förderprogramme lassen sich über die Förderdatenbank des Bundes recherchieren.
Gründer Zuschuss
Auch Existenzgründer und Unternehmen können Zuschüsse und Fördermittel der öffentlichen Verwaltung und anderer Träger beantragen. Auch hier ist das Angebot sehr umfangreich.
Ausgewählte Beispiele sind:
- Gründungszuschuss
Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchten, können von der Agentur für Arbeit einen Zuschuss erhalten. Dieser richtet sich nach der Höhe des zuletzt gezahlten Arbeitslosengeldes, dazu kommt eine Pauschale für die Sozialversicherung. Details unter arbeitsagentur.de. - EXIST-Gründungsstipendium
Richtet sich an Gründungsvorhaben aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Details unter exist.de. - Meistergründungsprämie Berlin
Berlin fördert die Existenzgründung von Meisterabsolventinnen und Meisterabsolventen im Handwerk. Details bei der Handwerkskammer Berlin.
TenMedia, Softwareagentur im Herzen von Berlin
TenMedia entwickelt seit 2011 Individualsoftware, dynamische Webanwendungen und Datenbanken. Unsere Entwickler arbeiten dabei mit aktuellen Technologien. Mit individuellen Softwarelösungen begleiten wir Unternehmen beim Wandel von analogen zu digitalen Prozessen.
Für Digitalisierungsprojekte, die über ein Förderprogramm finanziert werden sollen, unterstützen wir bei der Prüfung der technischen Voraussetzungen und bei der Beschreibung des Vorhabens im Antrag. Eine förderrechtliche Beratung ersetzt das nicht, dafür sind die Förderstellen und spezialisierte Beratungen zuständig. Kontakt telefonisch oder per E-Mail.
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