IT-Anforderungsmanagement

Das Anforderungsmanagement ist ein Segment des Projektmanagements. Angewandt wird diese Methode beim Entwickeln oder Optimieren von Produkten. Bekannt sind die Bezeichnungen Anforderungsmanagement und Anforderungen (Requirements) vor allem aus der Anwendungsentwicklung. Im folgenden Artikel geben wir einen kurzen Überblick über die Thematik und die Kernprozesse des Anforderungsmanagements. Dabei gehen wir auch auf Schlüsselbegriffe wie Anforderungsanalyse und Anforderungsdokumentation ein.
IT-Anforderungsmanagement
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Anforderungsmanagement in der IT: Was ist eine Anforderung?

Die Definition für Anforderungen in der IT ist auf jeder Website, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt, verschieden formuliert. Als Basis für das Anforderungsmanagement und für die Entwicklung von Software beschreiben Anforderungen individuell oder in ihrer Gesamtheit ein Ziel, dass bei der Umsetzung erreicht werden soll. Im Anforderungsmanagement für Software werden dazu vom Stakeholder zum Beispiel spezielle Eigenschaften in Bezug auf die Funktion oder das Design benannt. Diese Eigenschaften dienen als Grundlagen der Spezifikationen einer Anwendung oder eines Systems. Zu den Aufgaben der Projektleiter und Entwickler gehört es, die Requirements der Stakeholder Schritt für Schritt in technische Anforderungen zu übersetzen.

Anforderungen an Produkte können in der Regel auch im Zuge einer Optimierung oder einer Fehlerbehebung entstehen. Generell lassen sich in Beziehung auf Anforderungen folgende Kriterien formulieren:

  • Notwendigkeit
  • Machbarkeit
  • Verständlichkeit
  • Genauigkeit
  • Überprüfbarkeit

Sind Anforderungen nicht notwendig, um definierte Ziele in Beziehung auf die Funktionalität oder Qualität einer Anwendung zu erfüllen, sollten sie aus wirtschaftlichen Gründen überdacht werden. Das gilt auch für Änderungen. Im Fokus vom IT-Anwendungsmanagement stehen außerdem klare Methoden zur Kommunikation. Die beteiligten Parteien (Kunden, Entwickler, Projektleiter etc.) sollten die Spezifikationen verstehen. Daher muss darauf geachtet werden, eine Anforderung verständlich zu formulieren.

Entscheidend bei der Erhebung von Anforderungen ist auch die Genauigkeit. Die Ziele und die damit verbundenen Herausforderungen an ein Projekt sollten in der Dokumentation klar definiert werden. Empfehlenswert ist es außerdem, Wissen darüber zu vermitteln, warum diese Anwendung wichtig ist. Lassen sich Anforderungen in der IT gut durch Benutzertests oder automatisierte Tests überprüfen, hat das einen großen Anteil an der Fehlerbehebung. Mithilfe eines entsprechenden Systems zur Überprüfung lässt sich die Richtigkeit der jeweils aktuellen Version einer Anwendung nachvollziehen.

Verschiedene Arten von Anforderungen in der Softwareentwicklung

Im IT-Anforderungsmanagement wird im Wesentlichen zwischen zwei Formen von Anforderungen unterschiedenen. Beide sind wichtig zur Sicherung der Qualität einer Software:

  • Funktionale Anforderungen
  • Wird eine Anwendung oder ein System entwickelt, steht am Anfang das Ziel: Wozu ist die Software gedacht? Welche Anforderungen müssen erfüllt werden, damit sie zur Durchführung zielgerichteter Funktionen genutzt werden kann. Daraus leiten sich funktionale Anforderungen ab. In der Regel spielen hierbei Kriterien in Bezug auf das Design oder die Bedienbarkeit gar keine oder eine eher untergeordnete Rolle.

  • Nicht-funktionale Anforderungen
  • Der Bereich Nicht-funktionale Anforderungen umfasst alle Kriterien, die über die reinen Funktionen der Software hinaus gehen. In der Regel handelt es sich um Eigenschaften, die über die Qualität einer Software bestimmen. Das sind zum Beispiel die Zuverlässigkeit, das optische Design, die Effizienz in Bezug auf Antwortzeiten und die Nutzung von Ressourcen oder die Steuerung bzw. Navigation. Wichtig sind für Stakeholder und Entwickler gleichermaßen Anforderungen wie Wartbarkeit, Portierbarkeit oder Testbarkeit einer Software.

Was ist Anforderungsmanagement?

Die Begriffe Anforderungsmanagement oder Requirements Engineering werden häufig mit dem Programmieren oder dem Verbessern von Anwendungen in Verbindung gebracht. Sie sind fester Bestandteil der Anwendungsentwicklung und der Software-Qualitätssicherung. Darüber hinaus können die dabei angewandten Methoden auch als Fundament für das Management von anderen Projekten dienen. Somit lässt sich das Anforderungsmanagement auch bei der Herstellung von oder Änderungen an einem anderen Produkt anwenden.

Sowohl beim Erstellen von Software als auch beim Entwickeln von Produkten erfüllt das Requirements Engineering vornehmlich einen Zweck: Qualitätssicherung. Ziel des Anforderungsmanagements ist es, sicherzustellen, dass ein Produkt den Erwartungen entspricht, die Kunden, Nutzer oder Auftraggeber daran haben. Darüber hinaus werden beim Arbeiten Fehler vermieden, wenn wichtige Fragen zur Entwicklung von Produkten bereits im Vorhinein geklärt sind.

Requirements Engineering umfasst alle Aufgaben des Projektmanagements, die für eine erfolgreiche Umsetzung von Anforderungen notwendig sind. Anforderungsmanagement beginnt in der Planungsphase eines Projekts und endet mit der Abnahme. Das kann bspw. das Release einer Anwendung sein. Im Prozess integriert sind auch Fehlerbehebung und Änderungen. So werden im Prozess der Arbeiten an einem Projekt neue Anforderungen erhoben, welche die vorhandenen Requirements ergänzen. Dieses sogenannte Änderungsmanagement dient dem Hinzufügen neuer Funktionen oder dem Verbessern des Produkts.

Was ist eine Anforderungsanalyse?

Im Ablauf von Anforderungsmanagement und Produktentwicklung steht die Anforderungsanalyse an zweiter Stelle direkt nach der Identifikation und Aufnahme einer Anforderung. Die Aufgabe der Anforderungsanalyse ist in erster Linie, Anforderungen zu konkretisieren. Das geschieht u.a. durch eine Prüfung, bei der festgestellt wird, ob die Anforderung notwendig ist. Die große Herausforderung des Analyseprozesses liegt darin, Anforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ein Projektmanager muss verstehen, welche Arbeitsaufgaben und Probleme einen Entwickler während der Umsetzung der Anforderungen erwarten. Gleichzeitig sollte im Auge behalten werden, welche Erwartungen die Stakeholder an das zu entwickelnde Produkt haben. Nur so lässt sich ableiten, welcher Aufwand gerechtfertigt ist.

Anschließend folgen eine Priorisierung und eine Einschätzung, welche Schritte zur Umsetzung der Anforderung notwendig sind. Am Ende der Anforderungsanalyse steht die Anforderungsdokumentation. Diese wird festgehalten in Lastenhaften oder in Tools zur Verwaltung der Spezifikationen innerhalb des Anforderungsmanagementsystems.

Agiles Anforderungsmanagement

Requirements Engineering baut auf Kommunikation auf. Im Idealfall besprechen zum Beispiel eine Software-Agentur und das beauftragende Unternehmen aktuelle Anforderungen und deren Umsetzung bei regelmäßigen Projektmeetings. Auf diese Weise ist das Wissen aller Beteiligten stets auf dem neuesten Stand. Tauchen Fragen zu einem Projekt auf, können diese unkompliziert geklärt werden.

Vor allem im Bereich Agile Softwareentwicklung wird dabei nicht nach einem starren System gearbeitet. Zum Beispiel wird ein Programm nicht nach einem fest definierten Muster getestet, sondern an den Zeitpunkten, an denen es den Entwicklern am sinnvollsten erscheint. Den Stakeholdern wird ein umfassender Einblick in die Erstellung einer Anwendung oder eines Systems gewährt, auch wenn diese noch nicht abgeschlossen ist. Auf diese Weise können Kunden und Entwicklerteam eventuelle Fragen frühzeitig klären. Fällt den Stakeholdern auf, dass sich ein Projekt in die falsche Richtung bewegt, können Änderungen flexibel veranlasst werden. Das Fehlerrisiko wird minimiert. Agiles Projektmanagement und IT-Anforderungsmanagement ergänzen sich bei verschiedenen Projekten in der Regel sehr gut.

Im Requirements Engineering für IT-Projekte und in anderen Formen der Produktentwicklung ist es heutzutage üblich, Anforderungen durch digitale Backlogs zu erfassen. Dies ergänzt oder ersetzt Dokumente wie Lasten- und Pflichtenhefte, in denen die Spezifikationen der Projekte festgehalten werden. Genutzt werden im agilen Anforderungsmanagement Azure DevOps oder andere Tools mit den Schwerpunkten Management und Verwaltung. Hier kann eine Priorisierung der Anforderungen vorgenommen werden.

Wird eine agile Methode angewendet, bekommen in der Regel auch Kunden Zugang zum Backlog eines Projekts. Auf diese Weise können sie selbst Anforderungen im System erstellen. Diese Spezifikationen werden den Entwicklern nach einer Bewertung durch das Projektmanagement als Aufgaben (auch Tasks oder Tickets genannt) zugewiesen. Manchmal ist es nötig, die Anforderungen dafür zu bearbeiten. Zum Beispiel, wenn eine Spezifikation die Erledigung von mehreren verschiedenen Tasks bedingt oder verschiedene Anforderungen zu einer Aufgabe zusammengefasst werden können.

Projektmanagement, Produkt- oder Softwareentwickler, Kunden: Mithilfe dieser Methode haben sämtliche Stakeholder und interessierten Parteien einen Überblick über alle projektrelevanten Anforderungen. Eine Prüfung der angelegten Tasks ist für jeden Beteiligten einfach zu bewerkstelligen. Alle sind mit ihrem Wissen über die Bearbeitungsfortschritte der jeweiligen Aufgaben auf demselben Stand. Diese Form des agilen Anforderungsmanagements schafft eine Basis, um Probleme einfach zu erkennen. Steuerung und Ablauf von Projekten lassen sich auf diese Weise gut nachvollziehen und zurückverfolgen.

Warum ist IT-Anforderungsmanagement wichtig?

Mit der Entwicklung eines Produkts gehen etliche Herausforderungen einher. Requirements Management, das richtig funktioniert, schafft bereits in der Planungsphase einen Überblick über die wichtigsten Spezifikationen eines Projekts. Dadurch lassen sich der Aufwand für Arbeit und Zeit und damit auch die Entwicklungskosten von vornherein besser kalkulieren. Mithilfe einer lückenlosen Anforderungsdokumentation lassen sich Fehler und Probleme schneller erkennen. Dadurch wird vermieden, dass sich die Entwicklung in eine falsche Richtung bewegt. Diese Zeitersparnis geht mit einer Reduzierung der Entwicklungskosten einher.

Gehen Anforderungsmanagement und Projektmanagement Hand in Hand, werden Missverständnisse zwischen Projektpartnern, Unternehmen und Entwicklern vermieden. Das erhöht die Effizienz und Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit. Gutes Requirements Management ist das Fundament eines qualitativ hochwertigen Produkts. Das sorgt für Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. In diesem Zusammenhang ist Anforderungsmanagement im gesamten Kontext von Produktentwicklungen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

Die Vorteile eines guten Anforderungsmanagements sind unter anderem:

  • Reduzierung der Entwicklungskosten
  • Minimiertes Fehlerrisiko
  • Kundenzufriedenheit
  • Wiederverwendbarkeit
  • Rückverfolgbarkeit
  • Überblick über die Kosten

IT-Anforderungsmanagement und Wiederverwendbarkeit

Wiederverwendbarkeit bedeutet, dass sich Spezifikationen im Anforderungsmanagement von Projekt zu Projekt übertragen lassen. Das heißt: Die Anforderung ist auch über den Kontext einer Entwicklungsstufe oder der gesamten Entwicklung eines Produkts hinaus auf andere Projekte anwendbar. Im IT-Anforderungsmanagement gilt das vor allem für nicht-funktionale Anforderungen.

Um wiederverwendet werden zu können, müssen die Anforderungen vor allem folgende Parameter erfüllen:

  • Sie müssen verständlich geschrieben sein
  • Sie müssen allgemein sein, damit sie an neue Projekte angepasst werden können
  • Sie sollten spezifische genug sein, um einen definitiven Nutzen für das Projekt zu garantieren
  • Sie sollten stabil sein und über einen möglichst langen Zeitraum gültig

Es ist ratsam, im Anforderungsmanagement Tools zu nutzen, welche das Verschieben und die Integration von Tasks in verschiedene Projekte erlauben. Auf diese Weise ist es möglich, eine Anforderung zu kopieren und in Beziehung mit einem anderen Produkt zu bringen. Empfehlenswert ist außerdem das Erstellen einer Bibliothek, in der Anforderungen gesammelt werden.

Anforderungsmanagement bei TenMedia

Seit unserer Gründung 2011 haben wir uns deutschlandweit als Softwareentwickler aus Berlin etabliert. Hauptsächlich erstellen wir hochwertige State-of-the-Art-Softwarelösungen für KMU, Start-ups und Behörden. Unser Portfolio umfasst u.a. Individualsoftware, Datenbank- und CRM-Systeme, Cloud-Anwendungen und Apps. Unsere professionelle Arbeit inklusive Requirements Management, Hosting und Monitoring bieten wir zu fairen Konditionen an. Auch eine Umsetzung nach der Methode Code for Equity kann mit uns an den Start gebracht werden.

Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung in der Anwendungsentwicklung ist es uns gelungen, unsere Skills Projektmanagement beständig zu verfeinern. Wir legen großen Wert auf Kundenzufriedenheit und verfügen über ein Zertifikat im Qualitätsmanagement ISO 9001. Unsere Arbeitsweise richtet sich zum großen Teil nach den Prinzipien der agilen Softwareentwicklung. Wir betreiben ein transparentes Anforderungsmanagement, das unsere Kunden eng in die Planungs- und Testphasen einbindet. Mittels moderner Tools zur Verwaltung von Anforderungen und Aufgaben können die Stakeholder jeden unserer Schritte nachvollziehen. Sie können ihrer Software sozusagen beim Wachsen zusehen.

Bereits vor der Erteilung eines Auftrags bieten wir ein unverbindliches Beratungsgespräch an, bei dem wir auf alle Fragen antworten. Auch potenzielle Lösungen können dabei im Ansatz besprochen werden. Auf Grundlage einer ersten Anforderungsanalyse erstellen wir ein Angebot für die Umsetzung. Auf Änderungswünsche gehen wir flexibel ein. Nähe Infos zu unseren Services sind auf unserer Website zu finden.

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Kontaktperson
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+49 (0) 30 5 490 650-0
susan.niemeier@tenmedia.de
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