User Experience
Was User Experience umfasst
User Experience, kurz UX, bezeichnet das gesamte Erleben einer Person beim Umgang mit einem Produkt, einer Anwendung oder einer Website. Dazu zählen nicht nur Bedienbarkeit und Aussehen, sondern auch Ladezeiten, Verständlichkeit der Texte, Erwartungen vor der Nutzung und der Eindruck danach. Gemessen wird also das Nutzererlebnis insgesamt und nicht die Oberfläche allein.
Damit reicht der Begriff über die Gestaltung hinaus. Ein fachlich falscher Ablauf bleibt auch mit schöner Oberfläche eine schlechte Erfahrung. Gestaltung kann eine unpassende Logik nicht ausgleichen, sie macht sie nur schneller sichtbar.
Usability als Kern
Die Gebrauchstauglichkeit ist der messbare Teil davon. Sie fragt, ob sich eine Aufgabe vollständig, in angemessener Zeit und ohne Umwege erledigen lässt. Prüfbar wird das über Fehlerquoten, Abbrüche, benötigte Zeit und die Zahl der Schritte bis zum Ziel. Der häufigste Fehler ist die Annahme, die eigene Sicht sei die der Nutzenden, weil wer ein System gebaut hat, seine Logik für selbstverständlich hält. Dagegen helfen Usability Tests mit echten Personen aus der Zielgruppe, oft schon mit einer Handvoll Teilnehmender, die stellvertretend für die spätere Nutzung arbeiten. Wo Vorgaben zur Barrierefreiheit gelten, fällt ein Teil dieser Prüfung ohnehin verbindlich an.
Wie ein gutes Nutzererlebnis entsteht
Am Anfang steht die Frage, wer die Anwendung unter welchen Bedingungen wofür benutzt. Aus den Antworten entstehen typische Abläufe, aus diesen ein Entwurf, der früh geprüft wird und nicht erst nach der Umsetzung. Hilfreich sind dabei bekannte Bedienmuster, weil Menschen Erwartungen aus anderen Anwendungen mitbringen. Ein Warenkorb oben rechts, ein Zurück-Pfeil links, eine Suche hinter dem Lupensymbol. Wer diese Muster ohne Grund bricht, verlangt Lernaufwand für nichts. Ein barrierefreies Design folgt derselben Logik, weil Kontrast, Beschriftung und Tastaturbedienung allen zugutekommen.
Was sich messen lässt
Ohne Zahlen bleibt jede Bewertung Geschmackssache. Brauchbar sind Abbruchquoten an einzelnen Schritten, die Dauer bis zum Abschluss einer Aufgabe, die Zahl der Supportanfragen zu einem bestimmten Bereich und die Conversion Optimierung als Vorher-Nachher-Vergleich. Für die User Experience heißt das, dass jede Änderung an einer bestehenden Zahl gemessen wird und nicht an einer Meinung im Abstimmungstermin. Verbesserungen zeigen sich selten in einem großen Sprung, sondern in vielen kleinen Reibungspunkten, die nacheinander verschwinden. Genau deshalb ist die Arbeit daran eine laufende Aufgabe und kein Projekt mit festem Abschlussdatum. Auch nach dem Start liefert jede Auswertung neue Reibungspunkte.
Aktuelle Themen