UX-Optimierung
Was UX-Optimierung ist
UX-Optimierung ist die schrittweise Verbesserung der Nutzung eines digitalen Produkts auf Grundlage von Daten über tatsächliches Verhalten. Der Begriff UX steht für User Experience, also für alles, was jemand beim Verwenden erlebt, von der Auffindbarkeit über die Verständlichkeit bis zur Geschwindigkeit. Verändert wird nicht nach Geschmack, sondern nach einer Beobachtung, die vorher festgehalten wurde. Wer die User Experience verbessern will, braucht deshalb zuerst eine Messung und erst danach einen Entwurf.
Der Ablauf ist ein Kreislauf aus vier Schritten. Erst wird gemessen, wo Nutzende abbrechen oder zögern. Dann wird eine Erklärung formuliert und in eine Änderung übersetzt. Diese wird umgesetzt und anschließend erneut gemessen. Ohne die letzte Messung ist eine Änderung nur eine Meinung mit Aufwand.
UX Testing
Zwei Wege liefern die Grundlage. Quantitativ zeigen Verlaufsanalysen und Vergleichstests, wie viele Personen wo aussteigen und ob eine Variante besser abschneidet. Qualitativ zeigt ein Test mit wenigen Personen, warum sie aussteigen, weil dabei laut gedacht wird. Zahlen nennen die Stelle, Beobachtung nennt den Grund. Beides zusammen trägt eine Entscheidung, einzeln führt jedes in die Irre. Fünf Personen decken erfahrungsgemäß den größten Teil der auffälligen Probleme auf, mehr Teilnehmende bringen vor allem Wiederholungen.
Kennzahlen und Fehlschlüsse
Brauchbare UX Kennzahlen sind Abbruchquoten je Schritt, Dauer bis zum Abschluss einer Aufgabe, Fehlerhäufigkeit bei Eingaben und die Zahl der Wiederholungsversuche. Reichweite und Verweildauer sagen dagegen wenig, denn eine lange Verweildauer kann Interesse oder Ratlosigkeit bedeuten. Eine Kennzahl ohne Gegenprobe misst das Falsche zuverlässig. Hilfreich ist, je Änderung genau eine Kennzahl vorab als Erfolgsmaß zu benennen.
Zwei Fehlschlüsse kehren wieder. Der erste ist die Änderung nach Rückmeldung einer einzelnen lauten Stimme. Der zweite ist der Vergleich zweier Varianten ohne ausreichende Fallzahl, bei dem Zufall wie Wirkung aussieht. Bei wenigen hundert Aufrufen im Monat trägt ein Vergleichstest schlicht nicht, dort ist die Beobachtung einzelner Personen aussagekräftiger. Die Bedienbarkeit über Bildschirmgrößen hinweg gehört ohnehin ins responsive Webdesign und ist keine Frage einzelner Tests.
Was zur User Experience gehört
Zur Nutzungsqualität zählt mehr als die Oberfläche. Ladezeiten, verständliche Fehlermeldungen, ein funktionierender Weg zurück und die Bedienbarkeit auf dem Telefon wirken stärker als eine neue Farbgebung. Eine schnelle Seite schlägt eine schöne. Barrierefreiheit ist dabei kein Sonderthema, sondern deckt sich in weiten Teilen mit guter Bedienbarkeit, weshalb die Anforderungen aus dem Barrierefreiheitsgesetz doppelt einzahlen. Kontraste, Tastaturbedienung und beschriftete Formularfelder helfen allen, nicht nur Menschen mit Einschränkung.
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