Software Monitoring
Was Software Monitoring ist
Software Monitoring ist die laufende Überwachung einer Anwendung im Betrieb. Erfasst werden Verfügbarkeit, Antwortzeiten, Fehlerquoten und der Zustand der Abläufe, die für die Nutzung entscheidend sind. Die Messwerte laufen in einem zentralen Dienst zusammen, der sie speichert, darstellt und bei Abweichungen Alarm auslöst. Ziel ist, eine Störung zu bemerken, bevor sie von außen gemeldet wird, und im Ernstfall belegen zu können, seit wann sie besteht.
Der Unterschied zur reinen Infrastrukturüberwachung liegt in der Blickrichtung. Gemessen wird, was die Anwendung tut, nicht, was der Rechner darunter auslastet. Ein Server-Monitoring meldet volle Datenträger und hohe Last, eine Anwendungsüberwachung meldet, dass ein Bestellvorgang seit zwei Stunden in derselben Zwischenstufe hängen bleibt. Beides gehört zusammen und ersetzt sich nicht.
Welche Kennzahlen zählen
Vier Größen tragen den größten Teil der Aussage. Die Verfügbarkeit sagt, ob die Anwendung erreichbar ist. Die Antwortzeit sagt, wie lange sie für eine Anfrage braucht, sinnvollerweise nicht als Mittelwert, sondern als oberer Bereich der langsamsten Anfragen. Die Fehlerquote setzt fehlgeschlagene Aufrufe ins Verhältnis zu allen Aufrufen. Die Sättigung zeigt, wie nah eine Ressource an ihrer Grenze arbeitet. Ein Mittelwert verbirgt genau die Fälle, über die sich Nutzende beschweren. Dazu kommen fachliche Messpunkte, die keine Technik beschreiben, sondern einen Ablauf, etwa die Zahl abgeschlossener Anmeldungen je Stunde.
Alarmierung und Werkzeuge
Eine Messung ohne Schwelle ist eine Grafik, die niemand ansieht. Im Application Management laufen die Meldungen beider Ebenen deshalb an derselben Stelle auf, zusammen mit den Zuständigkeiten für die Reaktion. Zur Softwareüberwachung gehört deshalb festzulegen, welcher Wert wann wen erreicht, und ebenso, welcher Wert das ausdrücklich nicht tut. Zu viele Alarme wirken wie gar keiner. Sinnvoll ist eine kurze Liste an Meldungen, die zwingend eine Reaktion auslösen, und eine längere, die nur im Bericht auftaucht. Wer eine Rufbereitschaft betreibt, trennt beides schon deshalb, weil eine nächtliche Meldung Arbeitszeit kostet. Eine gute Softwareüberwachung nennt außerdem im Alarmtext, was betroffen ist und was als Nächstes zu prüfen wäre.
Software Monitoring Tools
Am Markt stehen quelloffene Baukästen und fertige Dienste nebeneinander. Der Unterschied liegt weniger im Funktionsumfang als im Betriebsaufwand, denn ein selbst betriebenes Werkzeug muss selbst überwacht werden. Ein Messsystem, das mit der Anwendung ausfällt, misst im Ernstfall nichts. Deshalb läuft die Überwachung möglichst außerhalb der Umgebung, die sie beobachtet. Messung, Protokollierung und Nachverfolgung greifen dabei ineinander und werden in der Observability zusammengeführt.
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