Wie kann ich einen DDoS-Angriff abwehren?

DDoS-Angriffe sind eine der häufigsten Bedrohungen des digitalen Zeitalters. Diese Art von Angriffen kann verheerende Auswirkungen auf Organisationen haben, indem sie deren Netzwerke überlasten und den normalen Betrieb lahmlegen. Unternehmen müssen daher in der Lage sein, jederzeit einen DDoS-Angriff abwehren zu können. In diesem Blog-Beitrag erläutern wir, wie sich Firmen vor DDoS-Attacken schützen können. In diesem Zusammenhang wird dargelegt, was ein DDoS-Angriff überhaupt genau ist und welche DDoS Tools dabei zur Verwendung kommen.
Wie kann ich einen DDoS-Angriff abwehren?
© ern

Jetzt als Podcast hören!

Zum Abspielen ist das Laden des externen Spotify-Players erforderlich. Dabei können personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Teilen

TenMedia ist eine hochprofessionelle IT-Agentur mit Startup-Mentalität. Unsere Spezialgebiete sind die Softwareentwicklung von individuellen ERP-Lösungen und Web Apps und Maintenance Services in den Bereichen Anwendungen, Server und Webseiten. Unser Angebot im Bereich Cybersecurity umfasst den Schutz vor DDoS-Attacken und vieles mehr. Interessenten erreichen uns via Telefon, E-Mail oder über das Kontaktformular unter diesem Text.

Was ist ein DDoS-Angriff?

Wenn DDoS-Angriffe starten, können sie ein ganzes Netzwerk innerhalb von Sekunden zum Erliegen bringen. Sowohl ein DoS- als auch ein DDoS-Angriff stellt eine ernst zu nehmende Bedrohung für die digitale Infrastruktur dar. Das Verständnis für die Mechanismen hinter DDoS-Attacken ist daher wichtig für die IT-Sicherheit eines Unternehmens. Wer einen DDoS-Angriff abwehren will, benötigt in erster Line Kenntnisse darüber, was die Begriffe DoS und DDoS überhaupt bedeuten und wie diese Attacken vonstattengehen.

Was ist der Unterschied zwischen DDoS und DoS?

Zunächst zur DoS-Definition: Ein DoS-Angriff (Denial of Service) bezeichnet eine Art von Attacke, bei der ein System mit einer überwältigenden Menge an Daten überflutet wird, sodass es für normale Benutzer nicht mehr zugänglich ist. Der Zugang zum Server bzw. zum System wird denied, also verweigert. Als Vergleich kann folgende Situation dienen:

Jemand sieht auf einer Party eine begehrte Person oder einen alten Freund oder Freundin. Er will mit der Person ins Gespräch kommen, doch sie wird beständig von einem Fremden belagert, der sie fortwährend in einen Dialog verwickelt. Es besteht keine Möglichkeit, die beiden auseinanderzubringen und das Interesse der Person auf die eigene Anwesenheit zu lenken.

Kommen wir nun zur DDoS-Bedeutung. DDoS ist die Abkürzung für Distributed Denial of Service.

Die DDoS-Definition unterscheidet sich von der des DoS hauptsächlich durch den Zusatz distributed, was mit verteilt übersetzt werden kann. Bei einem DDoS-Angriff starten mehrere Quellen gleichzeitig den Angriff, sodass die Netzwerke schneller und nachhaltiger überlastet werden als bei einer DoS-Attacke. Verglichen mit der zuvor beschriebenen Beispielsituation ist es also jetzt nicht nur ein Fremder, der die begehrte Person in Beschlag nimmt, sondern eine ganze Gruppe von Menschen, die auf diese Person einreden, sodass ein Durchdringen zu ihr gänzlich unmöglich ist.

Während ein einfacher DoS-Angriff also normalerweise von einer einzigen Quelle ausgeht, erhöht ein DDoS-Angriff die Komplexität und Potenz dieses Angriffstyps.

Jetzt, da in Bezug auf den DoS- und den DDoS-Angriff Bedeutung und Definition geklärt sind, sehen wir uns die Charakteristika einmal im Detail an. Zu den wichtigsten Unterschieden zwischen DoS- und DDoS-Attacken zählen:

  • Bei einem DoS-Angriff handelt es sich um einen Einzelangriff. Während einer DDoS-Attacke starten jedoch viele Angriffsquellen gleichzeitig, was die Abwehr viel schwieriger macht.
  • Ein DoS-Angriff kann oft leichter entdeckt und gestoppt werden. DDoS-Attacken sind hingegen schwieriger zu identifizieren, da sie aus vielen verschiedenen Quellen kommen.
  • DoS-Attacken können oft durch einfache Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls abgewehrt werden. Bei DDoS-Angriffen ist dies jedoch komplizierter, da die Angriffe von vielen verschiedenen Orten kommen und oft verschiedene Arten von Angriffen kombinieren.
  • Da ein DDoS-Angriff von Tausenden von unterschiedlichen Quellen gleichzeitig ausgeführt wird, unterscheidet er sich in puncto Effektivität und Durchschlagskraft stark von einer simplen DoS-Attacke.
  • Bei einem DoS-Angriff ist die Quelle des Angriffs in der Regel leicht zu identifizieren und zu blockieren. Bei DDoS-Attacken ist die Identifizierung und Blockierung der Quellen jedoch weitaus komplexer.
  • Während ein DoS-Angriff in der Regel die Bandbreite des Zielsystems überlastet, können DDoS-Attacken auch die Systemressourcen überlasten, indem sie eine Vielzahl von Anfragen an das Zielsystem senden.

Wie läuft ein DDoS-Angriff ab?

Um einen DDoS-Angriff starten zu können, benötigt der Angreifer zunächst Kontrolle über eine Vielzahl von Computern. Diese werden in ihrer Gesamtheit häufig als Botnetz bezeichnet. Dieses Netzwerk wird in der Regel durch die Verbreitung von Schadsoftware aufgebaut.

Mithilfe von einem sogenannten DDoS Tool, das in der Lage ist, den Datenverkehr der infizierten Computer zu koordinieren, wird eine Flut von Datenanfragen auf den Zielserver gerichtet. Bei einem DDoS-Angriff handelt es sich häufig um viele Millionen Anfragen pro Sekunde. Das ist eine Menge, die kaum ein System bewältigen kann.

Sobald der DDoS-Angriff gestartet ist, ist es für den Server schwierig, legitimen Datenverkehr von den Anfragen des DDoS-Angriffs zu unterscheiden. Oftmals erfolgt bei einem DDoS-Angriff eine zweite Welle, indem das DDoS Tool genutzt wird, um erneut eine Vielzahl von Anfragen auf den Zielserver zu richten. Hierbei können die Anfragen aus unterschiedlichen Richtungen kommen, was es dem betroffenen User zusätzlich erschwert, den DDoS-Angriff abwehren zu können.

DDoS-Angriff abwehren: Wie erkenne ich einen DDoS-Angriff überhaupt?

Im Folgenden wird auf einige Anzeichen eingegangen, die auf einen DDoS-Angriff hinweisen können.

Unter anderem kann ein ungewöhnlich hoher Datenverkehr auf der Netzwerkverbindung ein Indikator für DDoS-Attacken sein. Insbesondere, wenn dieser Verkehr von vielen verschiedenen IP-Adressen ausgeht, die vorher nie oder nur selten in Erscheinung getreten sind, ist Vorsicht geboten.

Wer einen DDoS-Angriff abwehren will, sollte auf eine plötzliche und anhaltende Verschlechterung der Netzwerkleistung achten. Wenn ein Server oder eine Netzwerkverbindung, die normalerweise stabil und zuverlässig ist, plötzlich unter einer stark erhöhten Latenz oder sogar Ausfällen leidet, kann dies auf eine DDoS-Attacke hinweisen. Insbesondere, wenn diese Probleme auch nach Neustart des Systems oder der Router weiterhin bestehen.

Manchmal lässt sich ein DDoS-Angriff auch daran erkennen, dass bestimmte Dienste oder Anwendungen nicht mehr erreichbar sind. Wenn beispielsweise eine Website, die normalerweise rund um die Uhr verfügbar ist, plötzlich und ohne Vorwarnung nicht mehr aufgerufen werden kann, könnte dies auf einen DDoS-Angriff hindeuten.

Welche DDoS Tools werden für Cyberattacken verwendet?

Ein weitverbreitetes DDoS Tool ist LOIC (Low Orbit Ion Cannon). Es handelt sich hierbei um eine Open Source Software, die es Angreifern ermöglicht, eine große Anzahl von HTTP-Anfragen an ein Ziel zu senden. Dies führt dazu, dass die Serverkapazität des Ziels überlastet wird und nicht mehr auf legitime Anfragen reagiert werden kann.

Ein weiteres bekanntes DDoS Tool ist HOIC (High Orbit Ion Cannon). Ähnlich wie LOIC versendet HOIC eine große Anzahl von HTTP-Anfragen an das Ziel. Allerdings ist HOIC leistungsfähiger und kann eine größere Bandbreite an Angriffsvektoren nutzen, um das Ziel zu überlasten. Das macht es schwieriger, die Angriffsquelle zu identifizieren und den DDoS-Angriff abzuwehren.

Andere beliebte DDoS-Tools sind:

  1. XERXES

    XERXES ist ein Programm, das SYN-Flood-Angriffe durchführt, bei denen eine große Anzahl von SYN-Paketen an das Ziel gesendet wird, um die Ressourcen des Ziels zu erschöpfen.

  2. Slowloris

    Dieses DDoS Tool nutzt eine Schwachstelle in Webservern aus, um sie mit einer großen Anzahl offener Verbindungen zu überlasten. Dabei werden die Verbindungen jedoch nicht vollständig geschlossen, sodass der Server weiterhin Ressourcen für jede Verbindung bereithält.

  3. UDP Flood

    Dieses DDoS Tool sendet eine große Menge an UDP-Paketen an das Ziel, um dessen Netzwerkressourcen zu überlasten. Es nutzt dabei oft gefälschte Absenderadressen, um die Identifizierung des Angreifers zu erschweren.

Wie lässt sich ein DDoS-Angriff abwehren?

Wer einen DDoS-Angriff abwehren will, kann verschiedene Maßnahmen anwenden. DDoS-Attacken kann am effektivsten begegnet werden, wenn eine geeignete digitale Infrastruktur vorhanden ist, um hohen Datenverkehr bewältigen zu können. Hierzu gehören sowohl technische Lösungen für den DDoS-Schutz, als auch organisatorische Maßnahmen wie ein gut vorbereitetes Incident-Response-Team.

Wichtige Maßnahmen, um einen DDoS Angriff abwehren zu können, sind unter anderem:

DDoS-Schutzdienste

Es gibt spezialisierte Unternehmen, die DDoS-Schutzdienste anbieten. Diese Dienste identifizieren und blockieren DDoS-Angriffe, bevor sie den Zielserver erreichen. Sie nutzen verschiedene Techniken, wie zum Beispiel das Filtern des Netzwerkverkehrs, um nur gültige Anfragen durchzulassen und den Rest abzublocken.

Content Delivery Network (CDN)

Ein CDN ist ein Netzwerk von Servern, die sich über verschiedene geografische Standorte verteilen. Indem eine Website oder Anwendung über ein CDN bereitgestellt wird, werden die Anfragen auf mehrere Server verteilt und so die Auswirkungen eines DDoS-Angriffs reduziert. Das CDN fungiert als Puffer zwischen dem Server und dem Angreifer.

DDoS-Angriff abwehren durch Lastverteilung

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Lastverteilungstechnologie zu verwenden. Dies ermöglicht es, den eingehenden Datenverkehr auf mehrere Server zu verteilen, anstatt alles auf einen einzigen Server zu laden. Wenn ein DDoS-Angriff erfolgt, kann die Lastverteilungstechnologie den Verkehr auf mehrere Server umleiten, wodurch die Belastung auf jeden einzelnen Server reduziert wird.

Verwendung von IDS/IPS-Systemen

Intrusion Detection Systems (IDS) und Intrusion Prevention Systems (IPS) können dazu beitragen, Angriffsversuche zu erkennen und einen DDoS-Angriff abwehren zu können.

Ein IDS ist ein Überwachungssystem, das den Datenverkehr in einem Netzwerk kontinuierlich überwacht und analysiert. Es sucht nach bekannten Mustern von Angriffsaktivitäten, die als Signaturen bezeichnet werden oder nach ungewöhnlichen Aktivitäten, die auf einen potenziellen Angriff hindeuten könnten. Bei Erkennung solcher Muster oder Aktivitäten alarmiert das IDS den Netzwerkadministrator oder das Sicherheitsteam.

Im Gegensatz dazu steht das IPS, das nicht nur potenzielle DDoS-Attacken erkennt, sondern auch Maßnahmen zur Abwehr dieser Angriffe ergreift. Ein IPS arbeitet in Echtzeit und kann ungewöhnlichen oder bösartigen Datenverkehr blockieren oder umleiten, bevor er das Ziel erreicht.

DDoS-Angriff abwehren mittels Firewall-Konfiguration

Eine gut konfigurierte Firewall kann helfen, bestimmte Arten von DDoS-Angriffen abzuwehren. Indem bestimmte IP-Adressen blockiert werden oder der Datenverkehr überwacht wird, können verdächtige Anfragen erkannt und blockiert werden, bevor sie den Server erreichen.

Netzwerkinfrastruktur stärken

Bei der Abwehr von DDoS-Angriffen ist es wichtig, die Netzwerkinfrastruktur zu stärken. Durch die Verbesserung der Kapazität des Netzwerks und der Server kann der Schaden eines DDoS-Angriffs begrenzt werden. Der Einsatz von Hochleistungsservern und die regelmäßige Netzwerküberwachung tragen dazu bei, den DDoS-Angriff abwehren zu können oder zumindest die Auswirkungen zu minimieren.

Um einen DDoS-Angriff abwehren zu können, ist in der Regel eine Kombination mehrerer Maßnahmen am vielversprechendsten. Es ist ratsam, einen umfassenden Ansatz zu verfolgen und mit einem erfahrenen IT-Dienstleister zusammenzuarbeiten, um die optimale Verteidigungsstrategie zu entwickeln.

Brandheiße News und interessante Facts zu Themen aus den Bereichen Digitalisierung, Start-ups und Cybersicherheit findet ihr auch in unserem Newsletter und im TenMedia-Podcast.

Bleibe auf dem Laufenden in Sachen Software, IT und Start-ups mit unserem Newsletter.
Jetzt abonnieren!
Bleibe auf dem Laufenden in Sachen Software, IT und Start-ups mit unserem Newsletter.
Jetzt abonnieren!
Gefällt dir was du siehst? Teile es!
Kontaktperson
Anica Piontek
+49 (0) 30 5 490 650-0
anica.piontek@tenmedia.de
Du hast auch ein spannendes Projekt?
Gerne bespreche ich ganz unverbindlich alle Projektdetails in einem persönlichen Gespräch.

Neueste Beiträge

Eine junge Frau sitzt mit ausgestreckten Beinen auf der Couch. Auf ihrem Schoß ein Laptop. Sie schreibt begeister User generated Content. Blog > Arbeitswelt & Digitalisierung
Ein schöne und intelligente junge Frau steht im Office. Sie hält lächelnd ein Notebook in der Hand und freut sich über die Ergebnisse der Business Intelligence. Blog > Arbeitswelt & Digitalisierung
Eine dynamische junge Geschäftsfrau sitzt mit einer VR-Brille vor ihrem Notebook. Freudestrahlend testet sie VR im Business-Bereich. Blog > Arbeitswelt & Digitalisierung

Zufällige Glossareinträge

Junger Mann sitzt vor einer Tastatur. Er blickt verblüfft in die Kamera. Glossar > Begriffe
Eine bunte Drohne auf hellbraunem Untergrund. Ein Prototyp. Glossar > Begriffe
Eine Person blickt mit einem Fernglas durch ein Loch in einer gelben Papierwand. Ein Symbolbild für Server Monitoring. Glossar > Begriffe