Junge Frau telefoniert mit einem Handy während sie am Laptop sitzt.
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Entwicklung

Assistive Technologien: Linktexte für Screenreader

Stichwort barrierefreies Internet: Der sichtbare Linktext, welcher auf eine andere Website hinweist, muss für sehbehinderte Benutzer aussagekräftig sein, damit er von Screenreadern vorgelesen und verstanden werden kann. Dafür können aria-label oder Titel verwendet werden. Aber was ist eigentlich die beste Wahl, basierend auf der aktuellen Unterstützung durch assistive Technologien?

Was genau ist denn eigentlich ein Linktext?

Der Linktext, welcher auch Ankertext genannt wird, ist auf einer Webseite der sichtbare, anklickbare Text in einem Hyperlink. Er ist meistens unterstrichen oder farbig dargestellt, um sich vom restlichen Text abzuheben und auf eine Interaktion hinzudeuten.

Wie erstellt man einen Linktext?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Linktext dem Inhalt hinzugefügt werden kann. Eine Möglichkeit ist das Erstellen eines Dokuments mit einem Textverarbeitungsprogramm. Das kann z. B. Microsoft Word sein. Dafür wird der Text markiert, der in einen Ankertext verwandelt werden soll und mit der rechten Maustaste auf den markierten Text geklickt und “Hyperlink” aus dem erscheinenden Menü gewählt. Dann kann der Link einfach eingefügt werden. Aussagekräftige Linktexte sind wichtig für technologische Hilfsmittel wie beispielsweise Screenreader.

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Was ist ein Screenreader?

Ein Screenreader, auf Deutsch auch Bildschirmlesegerät genannt, ist eine Form der assistiven Technologie, also Technologie, die Hilfsmittel für Menschen bietet. Er wird für die barrierefreie Benutzung einer Website eingesetzt. In einer App läuft dieselbe Ausgabe nicht über aria-label, sondern über die Accessibility-Schnittstellen der Plattform, weshalb die Screenreadertauglichkeit einer App eigenen Regeln folgt. Eine barrierefreie Webseite ermöglicht allen Benutzern des World Wide Webs den gleichen uneingeschränkten Zugang zu Informationen und Funktionen. Mittels verschiedener Technologien können auch Menschen mit körperlichen Behinderungen, situationsbedingten Behinderungen und sozioökonomischen Einschränkungen ohne Barrieren das Web benutzen. Die Softwareanwendung versucht, das, was Menschen mit normalem Sehvermögen auf einem Bildschirm sehen, ihren Benutzern über nicht-visuelle Mittel zu vermitteln, wie beispielsweise über Text-to-Speech, Tonsymbole oder ein Braillegerät. Bildschirmlesegeräte sind deshalb für blinde Menschen unentbehrlich und können auch für Menschen mit geringer Lesekompetenz oder mit einer Seh- oder Lernbehinderung nützlich sein.

Zusammenhang Linktexte und Screenreader

Ein aussagekräftiger Linktext spielt eine wichtige Rolle für blinde Menschen im barrierefreien Internet. Wenn ganze Sätze, Absätze oder mehrere Absätze verlinkt werden, sind diese nicht barrierefrei. Benutzende von Screenreadern erwarten kurze, aussagekräftige Schlagwörter. Wenn eine zu lange Information zu einem Hyperlink ausgegeben wird, kann dies zu Frustration beim Anwendenden führen. Die Menschen, die die Technologien entwickeln, haben zwar keinen Einfluss auf das Verhalten der User, Probleme wie solche können und sollten aber trotzdem vermieden werden. Screenreader geben traditionell alles aus, was in einem Anker-Tag steht, und nicht nur den sichtbaren Ankertext. Auch dies kann zu Frustration und Demotivation bei den Nutzer*innen führen.

Wie lässt sich also steuern, welchen Text ein Screenreader ausgibt? Dafür stehen mit dem title-Attribut und dem aria-label zwei Auszeichnungen zur Verfügung, die Screenreader unterschiedlich behandeln.

Welcher Screenreader sich für welche Art des Links eignet, wird im folgenden Vergleich dargestellt. Dort wird beschrieben, was ein Screenreader je nach Auszeichnung des Links vorliest. Die drei Möglichkeiten, wie ein Link wiedergegeben werden kann, sind Ankertext, Titel oder aria-label. ARIA ist die Abkürzung für Accessible Rich Internet Applications, auf Deutsch etwa barrierefreie, funktionsreiche Internetanwendungen. Das aria-label ist ein Attribut, das verwendet wird, wenn eine Textbeschriftung auf dem Bildschirm nicht sichtbar ist.

Die folgende Gegenüberstellung bildet den Stand von 2021 ab. Der Screenreader NVDA liest bei einem identischen Titel und Ankertext den Ankertext und den Titel vor. Wenn der Titel unterschiedlich ist, werden trotzdem beide vorgelesen. Der Ankertext alleine wird nur ausgegeben, wenn neben ihm auch ein aria-label vorhanden ist.

Ein weiterer Screenreader ist JAWS 15. Bei identischem Titel und Ankertext liest dieser Screenreader nur den Ankertext vor. Wenn jedoch ein unterschiedlicher Titel und Ankertext verwendet wird, verhält sich der Screenreader wie NVDA. Wenn ein aria-label neben einem Ankertext vorhanden ist, wird nur das aria-label vorgelesen.

Fazit

Sowohl das title- als auch das aria-label-Attribut werden im Algorithmus zur Berechnung der Textalternative aufgeführt. Der Titel hat hierbei die niedrigste Präferenz. Bei der Bestimmung des aussagekräftigen Namens für einen Link wird das aria-label bevorzugt. Wenn sich der vorzulesende Text vom sichtbaren Ankertext unterscheiden soll, um sehbehinderten Nutzern zu helfen, ist das aria-label die bessere Wahl. Der Titel ist die bessere Wahl, wenn der Name des Links (also der Ankertext oder das aria-label) mit beratendem Text ergänzt werden muss.

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