CMS

Ein CMS klingt nach einer technischen Frage. Entschieden wird damit aber, wer künftig Texte auf der Website ändern darf und wofür weiterhin eine Entwicklung nötig ist.
Eine Frau im Schneidersitz erstellt am Laptop eine Website mit einem CMS.
© Halfpoint

Was ein CMS ist

Ein CMS, ausgeschrieben Content Management System, ist eine Software zum Erstellen und Pflegen der Inhalte einer Website, ohne dass dafür programmiert werden muss. Texte, Bilder und Seitenstruktur liegen in einer Datenbank und werden über eine Oberfläche im Browser bearbeitet. Gestaltung und Inhalt sind getrennt, sodass eine Redaktion arbeiten kann, ohne die Vorlagen anzufassen.

Funktionen eines CMS

Zum Standard gehören abgestufte Zugriffsrechte, eine Versionierung der Inhalte und die Mehrfachverwendung eines Textbausteins an mehreren Stellen. Ein Inhaltsverwaltungssystem bringt außerdem eine Vorschau mit, in der eine Seite vor der Veröffentlichung so aussieht wie später im Browser. Erweitert wird es über Module von Drittanbietern, etwa für Formulare, Suche oder Shop-Anbindung. Genau diese Module sind zugleich die häufigste Schwachstelle, weil sie seltener gepflegt werden als das Grundsystem. Die meisten verbreiteten Systeme sind in PHP geschrieben und verlangen dieselbe Server- und Versionspflege wie jede andere PHP-Entwicklung.

Wann sich der Einsatz lohnt

Der Nutzen steigt mit der Zahl der Änderungen und der Beteiligten. Bei einer Seite mit fünf Unterseiten, die einmal im Jahr angefasst wird, übersteigt der Pflegeaufwand des Systems den Gewinn. Die Grenze verläuft nicht an der Seitenzahl, sondern an der Änderungsfrequenz. Einfache Baukästen decken den unteren Rand ab und verlangen dafür Verzicht auf eigene Vorlagen. Systeme mit Zuschnitt auf große, mehrsprachige Auftritte wie TYPO3 liegen am anderen Ende und setzen Einarbeitung voraus. Zur Rechnung gehört außerdem, wer die Inhalte künftig pflegt, denn ein System nützt wenig, wenn im Haus niemand die Zeit dafür hat.

Abgrenzung zum Entwicklungsframework

Die Trennlinie ist unscharf, weil viele Systeme auf einem Entwicklungsframework aufsetzen und dessen Bibliotheken mitbringen. Ein Framework liefert Bausteine für die Programmierung und verlangt entsprechende Kenntnisse, bildet dafür aber jede Anforderung ab. Ein Inhaltsverwaltungssystem liefert eine fertige Oberfläche und deckt den häufigen Fall gut ab, den seltenen gar nicht. Ein Framework kann alles, ein Standardsystem das Häufige gut. Die Auswahl eines CMS entscheidet sich deshalb daran, wie viel vom Bedarf in diesen Standard passt.

Grenzen und Folgekosten

Kostenlos ist bei quelloffenen Systemen nur die Lizenz. Schulungen, kostenpflichtige Module und der laufende Betrieb bleiben, und bei kommerziellen Produkten kommt eine Bindung an den Anbieter dazu, weil der Quellcode nicht offenliegt. Ein System, das niemand aktualisiert, wird zum Sicherheitsrisiko. Der Aufwand für Aktualisierungen gehört deshalb in die Rechnung, bevor die Entscheidung für ein Produkt fällt. Ein späterer Wechsel bedeutet einen Umzug der Inhalte samt Struktur, weil jedes Produkt eigene Felder und Bezeichnungen mitbringt.

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