CMS

CMS sind Inhaltsverwaltungssysteme, die bei der Erstellung und Organisation von Offline- und Online-Content zum Einsatz kommen.
Eine Frau im Schneidersitz erstellt am Laptop eine Website mit einem CMS.
© Halfpoint

Was ist ein CMS?

Content-Management-Systeme, kurz CMS genannt, sind Inhaltsverwaltungssysteme, bei denen es sich um eine internetbasierte Software zum Erstellen, Organisieren, Bearbeiten und Verwalten von Inhalten wie Texten, Formularen, Bildern, audiovisuellen und anderen Medien handelt. Der Name bezeichnet allerdings keinen Service per se, da die Funktionen von CMS zu CMS sehr unterschiedlich sein können.

CMS sind dynamisch aufgebaut und bieten ein Grundgerüst, welches für Endanwender durch Plugins erweiterbar ist. Da viele CMS auf Entwicklungsframeworks aufbauen, die sich wiederum aus Klassen zusammensetzen, bieten sie Entwicklern die Möglichkeit, ihre Anwendung schnell aufbauen zu können.

Der häufigste Anwendungsfall ist die Websiteerstellung, bei der das CMS als System im Hintergrund läuft, in das Inhalte und Daten eingepflegt werden, die dann auf der Website auf den jeweiligen Browser oder das mobile Endgerät angepasst und barrierefrei angezeigt und ausgeführt werden. Auch für Datenbanken oder Plattformen wie das Intranet, eine firmeninterne Website, werden CMS verwendet.

Entstehung von CMS

In den 1990er Jahren, der Anfangszeit des World Wide Webs, oder auch Web 1.0 genannt, existierten fast ausschließlich statische HTML-Seiten. Die einzigen dynamischen Websites waren Onlineshops, wovon es zu der Zeit auch nur wenige gab. Ende der 90er entwickelten sich dann neue Programmiersprachen für das Web, unter anderem PHP.

Während es zuvor aufwendiger war, ohne Kenntnisse Websites zu entwickeln, gab es zu dieser Zeit einen Perspektivwechsel: Websitebetreiber, die zumeist keine Kenntnisse hatten, hatten das Bedürfnis, ihre eigene Website zu bearbeiten. Etwa 1997 kam man diesem Bedürfnis nach und es wurde das erste benutzerdefinierte CMS geschrieben, welches allerdings privat von Anwendern selbst kam, mit dem es beispielsweise möglich war, Bilddateien über eine Maske hochzuladen.

Im Jahre 2000 wurden CMS dann kommerzialisiert und es entwickelte sich eine ganze Branche darum. Diese waren anfangs allerdings sehr teuer, sodass nur große Unternehmen wie Verlage oder Zeitungen sie nutzen konnten.

Mit WordPress kam im Jahre 2003 ein frei zugängliches, kostenloses Open-Source-CMS auf den Markt, das gemeinsam mit Systemen wie Mambo (heute Joomla), Drupal und unzähligen anderen dafür sorgte, dass die Anzahl an selbst erstellten Websites ab diesem Zeitpunkt in die Höhe schoss und eine Deprofessionalisierung im Bereich der Webentwicklung bzw. einen Trend zur DIY-Kultur auslöste.

Websiteerstellung

Im Allgemeinen gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten und Tools für die Websiteerstellung. Letztlich lassen sich diese auf drei verschiedene Grundsätze zurückführen.

Programmierung einer Website von Grund auf

Eine Website von Grund auf zu programmieren war in den 1990er Jahren eine weit verbreitete Fähigkeit. Auch wenn sich die DIY-Kultur, gerade im Zeitalter der Digital Natives, fortgesetzt hat und bis heute hält, sind Websites heutzutage sehr komplex geworden und die Ansprüche gestiegen. Mit HTML und CSS-Kenntnissen lässt sich eine grundständige, aber auch sehr statische Homepage entwickeln. Für eine moderne und multifunktionale Website sind Kenntnisse von verschiedenen Programmiersprachen wie beispielsweise PHP oder JavaScript und idealerweise auch Entwicklungsframeworks nötig.

Alternativ kann auch ein Freelancer Entwickler oder eine Internetagentur beauftragt werden, die in der Regel mit einem universellen Framework oder CMS arbeiten.

Websiteerstellung durch Baukasten

Ein Baukasten, manchmal auch Homepage-Baukasten genannt, ist eine einfach bedienbare Benutzeroberfläche zur Websiteerstellung, bei der alles voreingestellt ist. Angeboten wird dieser Dienst von kleineren Anbietern oder verschiedenen Telekommunikationsunternehmen wie 1&1 oder Telekom, bei denen eine Homepage Teil eines Paketes ist.

Baukästen erfordern keine Programmierkenntnisse und sind für kleine Websites ohne viel Inhalt ideal. Diese Variante bietet meist nur wenige Individualisierungsmöglichkeiten, da nur eine kleine Auswahl an Designs und Templates vorhanden ist.

Websiteerstellung mithilfe eines CMS

Die Verwendung eines Content Management Systems für die Websiteerstellung bietet einen Mittelweg aus den beiden genannten Varianten. Ein CMS ist nicht so komplex wie die Programmierung von Grund auf und nicht so niedrigschwellig bzw. eingeschränkt wie die Verwendung eines Baukastens. Es lässt sich verstehen als erweitertes Entwicklungsframework mit integrierter grafischer Bedienoberfläche. Vor allem für Websites mit mehr Inhalt ist dies sehr nützlich.

Funktionen von CMS

Content Management Systeme, z.B. WordPress, werden auf einem eigenen Server oder auf dem Server eines Anbieters installiert. In der Regel bieten sie häufig nachgefragte Funktionen zur schnellen und einfachen Erstellung eines einfachen Blogs, einer simplen Website oder eines Shops.

Für die Verwendung von CMS sollte ein grundlegendes technisches Verständnis vorhanden sein, tiefgehende Programmierkenntnisse sind jedoch nicht nötig. Die Eingabe von Inhalten erfolgt nach dem Editor-Prinzip: Ähnlich wie bei der Formatierung von Word und anders als z.B. bei LaTeX gilt für die eingefügten Texte und Bilder: What You See Is What You Get, auch wenn die Basis im Hintergrund trotzdem HTML ist.

CMS beschleunigen das Ausführen immer gleicher Vorgänge, so können Dinge statt über Programmierungsbefehle einfach per Klick oder ein Bedienfeld ausgeführt werden. Außerdem ist durch sogenannte Transklusionen, Hyper-Text-Links zur Übernahme von elektronischen Dokumenten, eine Mehrfachverwendung von Inhalten möglich.

Meist bieten CMS eine Rollenvergabe bzw. das Einstellen von unterschiedlichen Zugriffsrechten auf Funktionen an, was das gemeinschaftliche Arbeiten an Websites vereinfacht. Zudem können E-Mail-Benachrichtigungen an alle Bearbeiter bei Änderungen verschickt oder an die Überprüfung erinnert werden.

Manche CMS erlauben auch das Einbinden unterschiedlicher Features, beispielsweise die Integration von Kalendern oder Karten von Google Maps oder anderen Navigationsanbietern. Generell haben CMS eine unendliche modulare Erweiterbarkeit durch Anwendungen von Drittanbietern. Diese werden ständig von Entwicklern programmiert.

CMS gibt es als Open Source (kostenfreie) und als kostenpflichtige Software sowie als Mischform. Die Open Source Variante ist am weitesten verbreitet. Für eine kommerzielle Nutzung fällt meist eine Gebühr an. Teilweise gibt es auch Service-Pakete mit Support, der einem bei Problemen weiterhilft.

Begriffserklärungen der CMS-Elemente

Bestimmte Begriffe tauchen bei CMS immer wieder auf, sodass es nützlich ist, deren Bedeutung zu kennen. Hier gilt allerdings zu beachten, dass jedes CMS sein eigenes Naming hat und die sie teilweise anders kontextualisiert werden.

Templates

Ein Template lässt sich übersetzen mit Entwurf. Dieser betrifft das Layout, also das äußere Erscheinungsbild, und muss noch mit den eigenen Inhalten befüllt werden.

Themes

Themes sind die nächstgrößere Einheit der Templates, sie bestimmen das optische Gesamtbild der Website und sorgen für ein harmonisches Farbspiel. In einzelnen Templates und Elementen spiegelt sich das Theme der Website auf unterschiedliche Art und Weise wider.

Erweiterungen

Als Erweiterung ist alles zu verstehen, das nicht werkseitig im CMS vorinstalliert ist. Dies kann das Design und technische Funktionen betreffen.

Plugins

Plugins sind Erweiterungen, die üblicherweise nicht das Layout, sondern technische Funktionen betreffen und in die System-Routine eingreifen.

Module

Module sind einzelne Boxen auf der Website wie z.B. das Kontakt-Modul. Diese sind sowohl inhaltlich wie auch optisch meist strikt vom Rest abgegrenzt. Module können zusätzlich Erweiterungen der Website sein.

Komponenten

Die Komponenten können entweder die unterschiedlichen Ebenen der Website sein, beispielsweise die Eingabe- oder Verwaltungskomponente, über die die Inhalte organisiert werden, oder bezeichnen die einzelnen Medien, aus denen sich die Inhalte zusammensetzen (bspw. ein Blogartikel, der sich aus einer Text-Komponente, einer Bild-Komponente und einer Kommentar- oder Social-Media-Komponente zusammensetzt).

Verbreitung der unterschiedlichen CMS

WordPress

Laut w3techs werden rund zwei Drittel aller Websites mit einem CMS betrieben. Davon sind ungefähr 60% WordPress-Seiten, sodass WordPress auf einen Marktanteil von über 40% aller Websites kommt (Stand 2026).

WordPress existiert etwa seit 2003 und war in den Anfängen eine reine Blogging-Plattform. Innerhalb kürzester Zeit generierte sie unzählige Nutzer und ist heute das am weitesten verbreitete CMS. Der Erfolg basiert auf der einfachen Erweiterbarkeit: Endnutzer von CMS ziehen mühelose Installationen von Erweiterungen vor. Auch Entwickler programmieren keine Erweiterungen, wenn bei einem CMS die Einstiegsbarrieren zu hoch sind. WordPress bietet für beide Seiten die idealen Voraussetzungen.

Joomla

Joomla gehört mit einem Marktanteil von rund 2% aller Websites weiterhin zu den verbreitetsten klassischen CMS. Joomla gehört heute zu den Open Source CMS, ist 2000 allerdings zunächst als kommerzielles CMS mit dem Namen Mambo gestartet. “Joomla” ist die englische Schreibweise des swahili Wortes für “zusammen”. Seit 2001 ist es ein freies CMS unter der GNU-Lizenz und finanziert sich laut cms-garden durch Spenden, Werbeeinnahmen, Merchandising und Kooperationsvereinbarungen mit Webhostern.

Drupal

Ebenfalls weit verbreitet ist Drupal, ein Open Source CMS, das im Jahre 2000 entwickelt wurde und ursprünglich eine studentische Community-Lösung sein sollte. Die Weiterentwicklung (aktuell Version 11) wird maßgeblich durch das Digital-Experience-Unternehmen Acquia unterstützt.

Squarespace

Squarespace wurde im Jahre 2003 gegründet, erfuhr seinen Durchbruch aber vor allem ab 2015 und erlebte durch die Verwendung vieler Blogger und Influencer einen Aufschwung.

Shopsysteme: Shopify, Magento, Prestashop

Shopify wurde im Jahre 2004 gegründet und gehört mit Magento zur meistverwendeten Shopsoftware. Dieses wurde 2008 gegründet und war von 2011 bis 2015 Tochter von eBay, bis es 2018 an Adobe verkauft wurde. Magento gibt es auch als Enterprise-Edition mit Gewährleistung und Support für große Unternehmen und Konzerne. Prestashop gibt es ebenfalls seit 2008, zuvor war es ein studentisches Projekt unter dem Namen “phpopenstore POS”.

Wix

Wix ist ein cloudbasierter Homepage-Baukasten auf HTML5-Basis, dessen Anbieter im Jahre 2006 gegründet wurde. Die Finanzierung basiert auf einem Freemium-Modell, bei dem Einnahmen durch das Hinzubuchen verschiedener Features generiert werden.

Blogger

Blogger ist der wohl älteste Anbieter in dieser Auflistung mit einer Gründung im Jahre 1999. Blogger bzw. Blogspot.com ist eine Blogging-Plattform, deren Websites von Google gehostet werden. Über Umwege können auch eigene Domains verwendet werden.

TYPO3

TYPO3 gehört zu den ältesten CMS aus dem Jahre 2000, seit dem Jahre 2001 ist es ein Open Source CMS. Der Name entstand durch einen Tippfehler (“typo”), durch den bei der Entwicklung ein Teil der Arbeit verloren ging. Dieses CMS ist vor allem an Universitäten, in der Regierung und in Unternehmen vertreten. Die TYPO3 Association fördert TYPO3 durch die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder.

Kommerzielle bzw. proprietäre CMS

Ein kommerzielles CMS ist kostenpflichtig und bindet den Websitebetreibenden an den Anbieter. In diesem Fall besteht kein Zugang zum Quellcode, dafür ist aber ein lückenloser Service und Support vorhanden, welcher auch eine große Sicherheit bietet. Da proprietäre CMS weniger häufig benutzt werden, bilden sich anders als bei Open Source CMS keine großen Communities.

Beispiele für kommerzielle CMS sind Sitefinity, Craft CMS, Adobe Experience Manager (früher Adobe CQ) und Optimizely (früher Episerver).

CMS oder Framework?

Dies ist eine Frage, die sich Websitebetreiber und die, die es noch werden wollen, häufig stellen. Allerdings sind CMS und Entwicklungsframework nicht so klar voneinander trennbar. Beispielsweise das CMS October ist das Framework Laravel mit Bedienoberfläche. Und selbst wenn dies nicht von vornherein geschieht, so verwenden Entwickler oft auch beides in Kombination.

Betrachtet man sie aber getrennt voneinander, so lässt sich prinzipiell sagen, dass ein Framework Programmierkenntnisse erfordert und sich damit Websites bis ins kleinste Detail konfigurieren lassen. Hier werden für gewöhnlich regelmäßige Sicherheits-Updates durchgeführt. Allerdings kann die Komplexität eine Hürde für ein Unternehmen sein, wenn die Website nach der Entwicklungsarbeit an sie übergeben wird.

CMS hingegen erfordern keine oder nur wenige Programmierkenntnisse und zeichnen sich durch ihre einfache Handhabung aus. Allerdings sind Websites mit CMS nicht wie bei einem Framework zu 100% konfigurierbar. Zwar können Erweiterungen viele Zusatzfunktionen bieten, durch die sich aber auch erhebliche Sicherheitslücken ergeben können, da die Erweiterungen nicht vom CMS-Anbieter, sondern von Drittanbietern entwickelt werden und diese zum einen ganz unterschiedlich aufgebaut sein und sie zum anderen nicht offiziell geprüft werden können. Vor allem Open Source CMS sind kostenlos, wenn sich ein Unternehmen aber für eines entscheidet und alle Mitarbeiter dies benutzen sollen, können Folgekosten durch Mitarbeiterschulungen oder kostenpflichtige Erweiterungen entstehen.

Sicherheit von CMS

Viele Anbieter stellen sogenannte One-Click-Installationen ihrer CM-Systeme bereit. Da sie so einfach zu installieren sind, werden oft Einsteiger-Fehler begangen. Diese reichen von unsicheren Passwörtern bis zur Fehlkonfiguration des Systems.

Wenn bei einem großen, bekannten CMS Sicherheitslücken auftreten, sind oft viele tausend Seiten inkl. Daten betroffen. Diese werden allerdings im Gegensatz zu Erweiterungen und Plugins häufig geupdatet. Drittanbieter bringen seltener ein Update ihrer Anwendungen heraus, wodurch Sicherheitslücken unbeachtet und oft über Jahre nicht geschlossen werden.

Der Zugriff auf den Quellcode von Open Source CMS kann von Vorteil, aber auch von Nachteil für die Sicherheit sein. Dadurch, dass so viele Nutzer Zugriff darauf haben, kann ein Fehler im Code im Idealfall schnell behoben werden. Allerdings kann dies auch bedeuten, dass Dritte die Sicherheitslücke einfacher finden und ausnutzen können.

Zielgruppe von CMS

Durch die Vielzahl an Anbietern, Funktionen und Erweiterungen lässt sich keine spezifische Zielgruppe ausmachen. Sowohl private wie auch professionelle Anwender nutzen CMS.

Verschiedene CMS richten sich an verschiedene Zielgruppen, was immer vom Anwendungsfall, dem Budget und vielen anderen Faktoren abhängt.

Kleine und mittelständische Unternehmen, die keine Programmierer beschäftigen, können ihre Website mit einem Content Management System selbst verwalten.

Entgegen einiger Annahmen, die vermutlich noch aus der Anfangszeit stammen, ist WordPress nicht nur für Einsteiger, sondern bietet auch bei komplexen Anwendungsfällen die richtige Lösung.

Das richtige CMS zu finden ist immer auch eine Kostenfrage. Einige Shopsysteme haben beispielsweise eine Lizenzgebühr von mehreren tausend Euro monatlich, sodass dies für kleine Start-ups nicht in Frage kommen würde, für große Konzerne allerdings genau die richtigen Funktionen sowie das nötige Level an Sicherheit bietet.

Die eigene Website bei TenMedia entwickeln lassen

TenMedia ist eine Webagentur in Berlin. Seit 2011 haben wir uns auf die technische Entwicklung und den Betrieb von Websites, Online-Portalen, Onlineshops, Apps und Cloud-Software spezialisiert. Wir arbeiten mit neusten Technologien und einer Reihe an Programmiersprachen, Frameworks und CMS. Anstelle eines Codes von der Stange bieten wir individuelle Lösungen für jeden einzelnen Anwendungsfall an. Wir arbeiten mit WordPress, Joomla, TYPO3, PrestaShop und vielen mehr. Sollte die Entwicklung mit einem Content Management System in Frage kommen, entscheiden wir mit unseren Kunden gemeinsam, welches die Anforderungen am besten und effizientesten erfüllen kann.

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