TYPO3

Zwanzig Standorte, vier Sprachen, dreißig Redaktionen und trotzdem ein einziger Webauftritt. An dieser Stelle hören einfache Baukästen auf, und TYPO3 ist für genau diesen Zuschnitt gebaut.
Eine Mitarbeiterin einer Agentur verwendet im Homeoffice TYPO3 zur Erstellung einer Website.
© makistock

TYPO3 als Redaktionssystem

TYPO3 ist ein quelloffenes Redaktionssystem, mit dem sich Websites ohne Programmierkenntnisse pflegen lassen. Geschrieben ist es in PHP, betrieben wird es auf einem eigenen Server mit einer relationalen Datenbank, bedient wird es im Browser. Inhalte, Struktur und Gestaltung sind dabei getrennt, sodass Redaktion und Entwicklung unabhängig voneinander arbeiten können.

Damit gehört es zur Gruppe der Content-Management-Systeme, unterscheidet sich von den einfacheren Vertretern aber durch seinen Zuschnitt auf große und mehrsprachige Auftritte. Es teilt zugleich die Voraussetzungen jeder anderen PHP-Entwicklung, also Serverbetrieb, Versionspflege und eine gewartete Datenbank.

Herkunft und Verbreitung

Entwickelt wurde das System vom dänischen Programmierer Kasper Skårhøj, der ab 1998 erste Prototypen baute und es 2001 unter einer freien Lizenz veröffentlichte. Der Name geht auf einen Tippfehler zurück, englisch typo, durch den ein Teil der Arbeit verloren ging. Getragen wird die Weiterentwicklung heute von einer Gemeinschaft aus Beitragenden und einem festen Kernteam, organisiert in einem Verein und einer eigenen Gesellschaft. Die Verbreitung ist regional sehr ungleich, mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum und dort vor allem bei größeren Unternehmen, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen.

Features von TYPO3

Vier Eigenschaften erklären diesen Zuschnitt. Mehrere Websites lassen sich in einer einzigen Installation führen, mit gemeinsamer Datenbasis und getrenntem Erscheinungsbild. Die Mehrsprachigkeit ist nicht nachgerüstet, sondern Teil des Datenmodells, samt regionaler Abweichungen je Sprache. Die Rechteverwaltung reicht bis auf einzelne Seiten und Inhaltselemente hinunter, was bei vielen beteiligten Redaktionen den Unterschied zwischen Ordnung und Chaos ausmacht. Dazu kommt ein großes Angebot an Erweiterungen für Suche, Formulare, Shop-Anbindung und Newsletter. Der Preis dafür ist Einarbeitung, denn das System bringt eigene Begriffe und Konzepte mit, die sich nicht in einer Stunde erschließen. Diese Einarbeitung fällt einmal an und amortisiert sich erst über die Laufzeit, weshalb die TYPO3-Entwicklung eher bei langlebigen Auftritten aufgeht als bei kurzen Kampagnenseiten.

Versionen und Support

Veröffentlicht wird nach einem festen Zyklus mit Fassungen, die über mehrere Jahre gepflegt werden. Für jede dieser Fassungen sind Fehlerbehebung und Sicherheitspatches über einen im Voraus benannten Zeitraum zugesagt, danach ist ein Wechsel fällig oder eine verlängerte Pflege muss gesondert zugekauft werden. Planbarkeit ist damit das eigentliche Argument, gerade für Behörden und Betriebe, die Webauftritte über zehn Jahre und länger betreiben. Der Aufwand für einen Versionswechsel gehört deshalb von Anfang an in die Kalkulation, ebenso wie die Frage, welche Erweiterungen die neue Fassung überhaupt unterstützen. Ein Auftritt ohne diesen Plan altert schneller als die Inhalte darin.

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