Server Monitoring

Am Montag steht der Dienst, und im Rückblick war die Festplatte schon drei Wochen lang fast voll. Server Monitoring macht aus solchen schleichenden Entwicklungen eine Meldung, die früh genug eintrifft.
Eine Person blickt mit einem Fernglas durch ein Loch in einer gelben Papierwand. Ein Symbolbild für Server Monitoring.
© Alex

Was Server Monitoring ist

Server Monitoring ist die laufende Erfassung von Zustand und Auslastung eines Servers. Erfasst werden Erreichbarkeit, Prozessorlast, belegter Arbeitsspeicher, freier Plattenplatz, Netzdurchsatz und der Zustand einzelner Dienste. Dazu kommen Signale der Hardware, etwa der Status eines Plattenverbunds, Temperaturen und die Selbstdiagnose einzelner Laufwerke. Die Werte laufen in einem zentralen System zusammen, das sie über die Zeit aufbewahrt und bei Überschreiten festgelegter Grenzen meldet.

Der Blick richtet sich auf die Maschine, nicht auf das Programm darauf. Ein Server kann tadellos laufen, während die Anwendung nichts mehr ausliefert. Die Ebene darüber deckt das Software-Monitoring ab, das fachliche Abläufe statt Maschinenwerte beobachtet.

Server Monitoring Kennzahlen

Der freie Plattenplatz ist der klassische Auslöser für Ausfälle, weil er sich stetig und vorhersehbar verringert. Die Prozessorlast zeigt Engpässe erst im Verlauf, ein einzelner Spitzenwert sagt nichts. Beim Arbeitsspeicher zählt weniger die Belegung als der Beginn der Auslagerung auf die Festplatte, denn ab da bricht die Geschwindigkeit ein. Der Verlauf über Wochen sagt mehr als der Wert von jetzt. Für den Plattenplatz bewährt sich deshalb keine feste Prozentgrenze, sondern die Hochrechnung, in wie vielen Tagen der Speicher voll ist.

Messung mit und ohne Agent

Zwei Verfahren stehen zur Wahl. Ein Agent läuft als kleines Programm auf dem Server selbst und liefert Werte, die von außen nicht sichtbar sind, etwa Prozesslisten oder Dateisystemstände. Die Messung von außen prüft dagegen nur, was über das Netz erreichbar ist, kommt dafür ohne Installation aus und funktioniert auch dann noch, wenn der Server nicht mehr antwortet.

Beide Verfahren zusammen decken den blinden Fleck des jeweils anderen ab. In der Praxis läuft ein Agent für die Innenwerte und eine unabhängige Prüfung von außen für die Erreichbarkeit, betrieben an einem anderen Ort als der überwachte Server. Eine Überwachung, die mit dem Server ausfällt, meldet den Ausfall nicht.

Server Monitoring Tools

Am Markt stehen quelloffene Werkzeuge und fertige Dienste nebeneinander, unterschieden vor allem im Betriebsaufwand. Wichtiger als die Auswahl ist, dass die Serverüberwachung ihre Werte über Monate aufbewahrt. Nur so lässt sich die Kapazität planen und die Frage beantworten, wann zusätzlicher Speicher oder eine größere Maschine nötig wird. Genau diese Vorausschau gehört in die IT-Infrastruktur und nicht in die Störungsbearbeitung. Wo Server, Speicher und Dienste über mehrere Umgebungen verteilt sind, führt die Observability Messwerte, Protokolle und Abläufe zu einem Bild zusammen.

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