Microsoft legt KI Chatbot den Maulkorb an

Der KI Chatbot ChatGPT hat in den letzten Monaten für viel Furore gesorgt. Die einen waren begeistert von den Möglichkeiten, welche die revolutionäre KI-Technologie in Aussicht stellt. Andere warnten vor negativen Auswirkungen oder gar Gefahren. So kam es zum Beispiel zu Kritik seitens der Pädagogen. Was, wenn Schüler und Studenten zukünftig Hausarbeiten und Referate von dem KI Bot schreiben lassen? Spätestens seit der Einbindung der KI ChatGPT in die Microsoft-Suchmaschine Bing sehen sich die Kritiker der KI-Technologie bestätigt. Microsoft selbst sah sich genötigt, die Nutzungsoptionen für den Chatbot zu beschneiden.

Dieser Text wurde ohne Zuhilfenahme der KI ChatGPT erstellt ;)

Microsoft legt KI Chatbot den Maulkorb an
© dragomirescu
Erstellt von Dietmar vor 1 Jahr
Teilen

Ten-Media ist ein professioneller IT-Dienstleister. Seit 2011 entwickeln wir aus unserem Office im Herzen Berlins Individualsoftware und Datenbanken. Darüber hinaus bieten wir auch Services wie Monitoring, IT-Wartung und Maintenance an. Mehr zu unserem Service gibt es hier nachzulesen.

Was ist der ChatGPT KI Chatbot?

ChatGPT ist der Prototyp eines neuen Chatbots. Hinter der Abkürzung GPT verbirgt sich die englischsprachige Bezeichnung Generative Pre-Trained Transformer. Chatbots sind Dialogsysteme, die über eine Schnittstelle mit einem Nutzer kommunizieren. Das geschieht in der Regel via Textform oder durch Sprachausgabe. Es handelt sich dabei um eine sogenannte KI, im englischen Sprachraum auch AI genannt.

Die Abkürzung KI steht für Künstliche Intelligenz. Dabei handelt es sich um Software, die durch verschiedene Formen des Machine Learnings eigenständig Zusammenhänge erkennt, Ergebnisse berechnen und Schlussfolgerungen ziehen kann. Der KI Chatbot begegnet uns im Alltag immer häufiger. Zum Beispiel in Chats oder in Calls beim Kundenservice von Firmen, Krankenkassen oder Banken. Dort beantwortet er unsere Fragen oder nimmt Anliegen auf. Da bei diesen Bots die KI-Technologie allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Ergebnis zumeist wenig zufriedenstellend. Der KI Chatbot am anderen Ende der Leitung findet oft keine Antworten auf komplexe Fragen und kann Kunden bei Problemen nur wenig weiterhelfen.

Was ist das Besondere an der KI ChatGPT?

Nach der Veröffentlichung meldeten sich innerhalb von fünf Tagen weltweit über eine Million Nutzer an, um den KI Bot auszuprobieren. Was ist der Grund für den Hype um die KI ChatGPT? Im Grunde basiert der Chatbot auf einer ziemlich einfachen Grundidee: Ähnlich wie die Autovervollständigung in Suchmaschinen soll die KI das nächste Wort vorhersagen, dass der User eingeben will. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen KI verfügt ChatGPT jedoch über drei Dinge:

  1. Komplexe Algorithmen
  2. Eine große Datenbank
  3. Große Server-Kapazitäten

In den vergangenen Jahren haben die KI-Entwickler ChatGPT mit einer riesigen Masse an Daten gefüttert. Diese stammen zum großen Teil aus Internetinhalten bis zum Jahr 2011. Aktuelle Ereignisse können für den KI Chatbot also unter Umständen ein Problem darstellen. Darüber hinaus hat die Software Zugriff auf das Wissensportal Wikipedia und das komplette Entwickler-Netzwerk GitHub. In Sekundenschnelle bekommt der KI Bot auf diese Weise Zugriff auf eine immense Menge an Daten. Ermöglicht wird das durch modernste Hardware mit hoher Rechenleistung und einem riesigen Serverspeicher. Nur auf diese Weise können Datenabfragen in der Größenordnung, wie ChatGPT sie derzeit bewältigt, in verhältnismäßig kurzer Zeit bewerkstelligt werden.

Die Kapazitäten, welche die KI-Entwickler ChatGPT zur Verfügung stellen können, bringt dem System immense Vorteile ein. So hat zum Beispiel einem Bericht der Webseite businessinsider.de zufolge das Heidelberger Start-up Aleph Alpha einen KI Chatbot entwickelt, der ChatGPT nahezu ebenbürtig ist. Dessen KI Bot Luminous arbeitet laut businessinsider.de sogar effizienter und kann sich dadurch mit diversen US-amerikanischen Chatbot-Modellen messen. Aufgrund der schmaleren finanziellen Mittel sind sowohl die Menge der Daten als auch die Zugriffskapazitäten begrenzt. Dadurch ist Luminous nicht einmal einem Bruchteil der Anfragen gewachsen, die ChatGPT stündlich beantwortet. Experten zufolge kostet jede Anfrage an die Software eine Rechenleistung im Wert von fünf Cent.

Ein weiter großer Vorteil des ChatGPT-Prototypen sind die komplexen Algorithmen, auf denen die Software basiert. Hier kommt im wahrsten Sinne des Wortes die künstliche Intelligenz der KI zum Tragen. ChatGPT ist in der Lage, den Kontext einer Anfrage einzuordnen. Das hat diverse Vorteile. So sind zum Beispiel bei der Eingabe von Fragen keine spezifischen Befehle notwendig. In der Regel können sie umgangssprachlich erfolgen. Satzbau und Ausdruck spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Außerdem können Suchanfragen verfeinert oder regelrechte Unterhaltung über ein bestimmtes Thema geführt werden. ChatGPT kann sich den Inhalt eines Gespräches merken und sich bei einem erneuten Input darauf beziehen. Wenn ich zum Beispiel frage: „Wie wird das Wetter heute?“, kann der KI Chatbot eine Prognose abgeben. Frage ich anschließend: „Wie wird es nächste Woche?“ folgt eine entsprechende Einschätzung der Wetterlage. Ich brauche also bei der zweiten Frage das eigentliche Objekt „Wetter“ nicht mehr erwähnen. Der KI Bot weiß automatisch, worauf sich meine Anfrage bezieht.

Wer steht hinter ChatGPT?

Entwickelt wurde die KI ChatGPT als Open Source Software im Jahr 2015 durch KI-Entwickler des kalifornischen Unternehmens Open AI. Als Geldgeber an der Entwicklung beteiligt war auch der Tech-Tycoon Elon Musk, der sich mittlerweile jedoch von dem Projekt zurückgezogen hat. Dafür sprang Anfang des Jahres 2023 der Software-Gigant Microsoft in die Bresche. Er beteiligte sich an dem KI Chatbot mit zehn Milliarden US-Dollar. Insidern zufolge sieht Microsoft in ChatGPT eine Möglichkeit, durch eine intelligente Beantwortung von Nutzeranfragen der Suchmaschine Google Konkurrenz zu machen. Daher ging im Februar auch eine in die Microsoft-Suchmaschine Bing integrierte Version von ChatGPT an den Start. Außerdem plant der Konzern, den KI Bot in seine Office-Anwendungen zu integrieren.

Ist OpenAI kostenlos?

Die KI ChatGPT existiert in mehreren Versionen. Die Version, die über die Webseite von OpenAI aufgerufen werden kann, ist grundsätzlich kostenlos. Wer jedoch bei der Benutzung nicht in einer Warteschlange landen will, sollte sich einen kostenpflichtigen Plus-Account zulegen. Dieser kostet aktuell ca. 22,25 Euro. Die in Microsoft Bing integrierte Version von ChatGPT ist ebenfalls kostenlos. Allerdings muss sich der User hier, ähnlich wie bei der OpenAI-Version, bereits zur Registrierung in eine Warteschlange eintragen. Hier ist Geduld anzuraten

Warum steht die KI ChatGPT in der Kritik?

Der neue KI Chatbot von OpenAI hat zwar einige technisch revolutionäre Eigenschaften, sah sich in letzter Zeit jedoch etlicher Kritik ausgesetzt. Diese betrifft zum Beispiel:

  • Richtigkeit und Aktualität der Informationen
  • ChatGPT ist noch ein Prototyp. Die Daten, auf welche die Software Zugriff hat, sind nicht vollständig und die Art und Weise, wie der KI Chatbot die Antworten generiert, ist bei Weitem noch nicht ausgereift und auch nicht besonders transparent. Auch die Quellenlage ist schwammig. Demzufolge sollte sich der User auf die Antworten der KI nicht blind verlassen. Darüber hinaus sehen Kritiker die Qualität sämtlicher Internet-Inhalte in der Zukunft bedroht. Wenn zum Beispiel fortwährend KI-basierte Texte eingepflegt werden, nutzt der KI Chatbot seine eigenen Texte als Quellen. Das kann zur Folge haben, dass die Inhalte immer weiter verwaschen werden und zunehmend an Individualität verlieren.

  • Verletzung von Urheberrechten durch den KI Chatbot
  • Wenn der KI Bot aus unterschiedlichen Quellen Texte zusammenstellt, dürfen diese dann veröffentlicht oder im kommerziellen Sinne genutzt werden. An dieser Stelle gibt es eine ähnliche Debatte wie bei den KI-Bild-Generator-Tools. Der Gesetzgeber hat in Bezug darauf noch keine klare Definition gefunden. Da sich nur schwer nachvollziehen lässt, inwieweit durch den KI Chatbot generierte Texte Kopien urheberrechtlich geschützter Inhalte enthalten, sollte bei der Veröffentlichung dieser Texte mit Vorsicht vorgegangen werden.

  • Verfälschung von Prüfungsergebnissen
  • Für Schüler und Studenten scheint der KI Bot auf den ersten Blick ein Segen zu sein. Mittels simpler Anfragen liefert ChatGPT Erklärungen und Fakten. Jedoch gilt auch an dieser Stelle: Die Korrektheit der Faktenlage kann nicht zu hundert Prozent eingeschätzt werden. Außerdem befürchten Pädagogen, dass der KI Chatbot zum Schreiben von Hausarbeiten oder Referaten missbraucht wird. Schüler und Studenten müssten demnach nicht mehr auf eigenes Wissen zurückgreifen. Dadurch würde schlussendlich die Bildung leiden.

  • Rassistische und sexistische Beleidigungen
  • Da sich nur schwer kontrollieren lässt, auf welche Inhalte die KI Zugriff erhält und welche Zusammenhänge sie knüpft, kann es zu Verallgemeinerungen, Beleidigungen und Gewaltandrohungen kommen. Das haben in der Vergangenheit schon diverse Tests und Einsätze mit KI Chatbots gezeigt. Auch ChatGPT ist hier keine Ausnahme. So berichtet ein aktueller Artikel von Focus Online von einem Reporter der New York Times, der über einen längeren Zeitraum ChatGPT testen konnte. Nach längerem Chat-Austausch habe der KI Chatbot dem Reporter seine Liebe gestanden. Des Weiteren forderte der Bot den Mann auf, die Beziehung zu seiner Frau zu beenden, da diese unglücklich verliefe. Als der Reporter sich weigerte, zeigte die Künstliche Intelligenz „düstere und gewalttätige Fantasien“. Angeblich drohte sie dem Mann unter anderem damit, seine Ehe zu zerstören.

    Dieses unschöne Beispiel ist leider kein Einzelfall. Einem Philosophieprofessor soll der KI Chatbot angedroht haben, ihn zu erpressen und zu ruinieren. Einen Journalisten, der ChatGPT um eine Erklärung für sein Verhalten bat, verglich die KI mit Adolf Hitler.

Wie problematisch ist der KI Chatbot wirklich?

Fluch oder Segen? Oder vielleicht auch beides? Kritiken an ChatGPT sind bei Weitem nicht unbegründet. Dennoch ist die öffentliche Nutzung der KI wichtig, um die volle Bandbreite seiner Leistungen zu testen. Zumal eigenen Angaben zufolge der Chatbot auch durch das Feedback und die Interaktion mit den Nutzern lernt.

ChatGPT versagt beim Abitur

Zumindest die Lehrer höherer Klassen müssen sich (noch) keine Sorgen machen, dass ihre Schüler das Denken bald einer Künstlichen Intelligenz überlassen. Bei einem Abi-Test, den der Bayrische Rundfunk zusammen mit Gymnasiallehrern durchführte, rasselte die ChatGPT in den Fächern Deutsch und Informatik glatt durch. Bei einem Mathetest erreichte es die Note 4-, bei einer Geschichtsprüfung immerhin eine 3+.

Microsoft grenzt Nutzung vom KI Chatbot ein

Derzeit ist Chat GPT für viele nicht mehr als ein Zeitvertreib. Dennoch können Beleidigungen und Gewaltandrohungen Konsequenzen haben. Zum Beispiel kann es bei labilen Personen oder auch Kindern zu seelischen Problemen führen. Letztendlich ist die Frage, wie wir diese KI-Technologie zukünftig nutzen wollen und unter welcher Voraussetzung. In unserer digitalen Welt werden Prozesse zunehmend automatisiert. Heute ist es die Terminierung beim Zahnarzt, morgen eine Kundenanfrage zum kaputten Kühlschrank, übermorgen die Abi-Prüfung oder eine Nachricht an die Großmutter. Bereits heute nutzen wir KI-Assistenten wie Siri & Co., die uns Arbeit abnehmen, indem sie uns Handlungen abnehmen. Wird jedoch die zwischenmenschliche Kommunikation zunehmend automatisiert, kann das u.U. Konsequenzen größeren Ausmaßes haben. Unser Sozialleben wird dann durch die KI mitbestimmt. Verlassen wir uns auf Wissen, dass wir nicht verifizieren können, kann das zu Bildungslücken und Falschinformationen führen. Auch gewalttätiges, rassistisches oder verschwörerisches Gedankengut lässt sich auf diese Weise schnell verbreiten.

Folgt man dieser Argumentation, scheint die Einführung klarer Regularien eine Notwendigkeit zu sein. Microsoft hat prompt auf die verbalen Ausrutscher der KI ChatGPT reagiert: mit einem Maulkorb in Form von begrenzten Anfragen. Nutzer können dem KI Chatbot am Tag maximal 50 Fragen stellen. Die Anzahl der Fragen zu einem bestimmten Thema ist auf maximal fünf begrenzt. So will das Unternehmen verhindern, dass sich der KI Bot in Themen verrennt oder unangebrachte Äußerungen fabriziert. Damit werden die Möglichkeiten der Software reduziert. Von einem Chatpartner wird sie zu einem Dienstleister, der Fragen beantwortet. Die Probleme in der KI-Entwicklung hat OpenAI damit jedoch nicht überwunden. Es wird wahrscheinlich noch einiges an Entwicklungsarbeit brauchen, bis es so weit ist. Bis dahin betreibt Microsoft Schadensbegrenzen bei seinem KI Chatbot. Vielleicht würde es uns allen ganz guttun, wenn wir nicht so viel reden würden. Nach fünf Fragen ist doch sowieso bereits das wichtigste zu einem Thema gesagt.

Bleibe auf dem Laufenden in Sachen Software, IT und Start-ups mit unserem Newsletter.
Jetzt abonnieren!
Bleibe auf dem Laufenden in Sachen Software, IT und Start-ups mit unserem Newsletter.
Jetzt abonnieren!
Gefällt dir was du siehst? Teile es!
Kontaktperson
Anica Piontek
+49 (0) 30 5 490 650-0
anica.piontek@tenmedia.de
Du hast auch ein spannendes Projekt?
Gerne bespreche ich ganz unverbindlich alle Projektdetails in einem persönlichen Gespräch.

Neueste Beiträge

Junger Mann mit einem Notebook auf der Schulter. Er ist sehr aufgeregt, weil er die Top IT Trends 2024 präsentiert. Blog > News & Trends
Ein Mann mit Bart und schwarzer Mütze sitzt in einer düsteren Werkstatt an seinem Notebook. Ein Symbolbild für Schatten-IT. Blog > Arbeitswelt & Digitalisierung

Zufällige Glossareinträge

Ein Entwickler einer Webagentur hilft im Notfall. Glossar > Services
Zwei Männer und eine Frau planen an einem Tisch Softwareentwicklung Glossar > Services
Eine Webagentur bei der Datenbankentwicklung in einer Besprechung an ihrem Arbeitsplatz. Glossar > Services