TenMedia im Digital Arts Lab

Digitale Kreativität und die Grenzen der Technologie, das und viel mehr haben wir am 11. April im Digital Arts Lab, der Ausstellung des Business-Festivals hub.berlin besucht. Dort gab es jede Menge spannende Kunstarbeiten rund um das Thema Technologie und Digitalisierung der Künstler*innen Banz & Bowinkel, Jan Bernstein, Sofia Crespo, So Kanno, NEEEU, Klara Ravat, Studio Milz und Lina Wassong.
Das multidisziplinäre Design-Studio NEEEU aus Berlin präsentierte seine Augmented Reality App OrBeat im Digital Arts Lab auf der hub.berlin.
© NEEEU, Sarah Streichan
Erstellt :ago

Musik in der erweiterten Realität

Das multidisziplinäre Design-Studio NEEEU aus Berlin hat uns mit seiner Augmented Reality App OrBeat völlig in seinen Bann gezogen. Mithilfe von Markierungen auf dem Boden wurde die „neue“ Realität kalibriert und schon ging es los: Auf dem Display des zur Verfügung gestellten Smartphones erschienen 3D-Elemente, mit denen man in Kollaboration mit anderen in Echtzeit Musikbeats herstellen konnte. Das Prinzip erinnerte ein bisschen an Pokémon Go, nur sehr viel kreativer und für alle Sinne.

Programmierer als Schöpfer

Mit ihren Werken Avatars in Augmented Reality stellen uns Banz & Bowinkel vor eine existenzielle Frage der Digitalität: Welche Rolle nimmt die menschliche Perspektive im virtuellen Raum ein? Wie wird die Umwelt unter dem Einfluss alltäglicher Technologien wahrgenommen?

Zu sehen ist ein auf dem Boden eingezeichnetes Quadrat, welches durch den Blick durch ein Tablet von Avataren bevölkert wird. Diese interagieren miteinander und bewegen sich im Raum. Damit soll die schöpferische Komponente der Umsetzung der Programmierer und ihrer Rahmenbedingungen, innerhalb derer Realität simuliert wird, hinterfragt werden.

Die Schwarmintelligenz von Robotermäusen

Schwarmintelligenzen kommen eigentlich nur in der Natur vor: Insekten, Fische oder Vögel formieren sich in Schwärmen, wie sie sich kommunikativ dabei organisieren, ist für das menschliche Auge unsichtbar. So Kanno übertrug dieses Phänomen in einen digitalen Schwarm aus Robotermäusen, die sich so untereinander absprechen. Diese Kommunikation wird über Laser sicht- und über einen Rhythmus hörbar gemacht: Bekommt eine Maus ein Zeichen einer anderen, schlägt sie einen anderen Weg ein.

Der Duft von Technologie

Technologie ist meist in erster Linie etwas für das Auge, wenn Interaktionen hinzukommen, wird sie um eine haptische Ebene erweitert. Aber wie riecht Technologie? Diese Frage hat sich die Berliner Geruchskünstlerin und experimentelle Filmmacherin Klara Ravat gestellt und uns eingeladen, vor Ort nach Rezeptanleitung Düfte herzustellen. In ihrem Smell Lab wurden die nötigen Zutaten in kleinen Fläschchen zusammengemixt, nun wissen wir, wie eine Dating-App riecht.

TenMedia im Digital Arts Lab

Der Besuch im Digital Arts Lab auf der hub.berlin hat uns wieder einmal gezeigt: Die Zukunft ist jetzt. Technologie und Digitalität sind untrennbar mit dem menschlichen Leben verwoben, Mensch und Maschine kommunizieren und kollaborieren, die Natur ist und bleibt ein Vorbild für verschiedenste technische Prozesse und wir sind mittendrin in einer Realität, die erweitert wird und wo Grenzen verschwimmen.

In unserem Arbeitsalltag in der Web- und Softwareentwicklung sind wir manchmal so in unsere Projekte vertieft, dass wir den Blick für das große Ganze verlieren. Es war inspirierend und erhellend, den Horizont wieder etwas zu erweitern und in eine Welt voll Innovationen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft einzutauchen. Wir sind nun umso motivierter und uns unserer schöpferischen Kraft als Entwickler und Mitwirkende einer digitalen Revolution umso bewusster geworden.

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