Instandhaltung Software

Software verschleißt nicht, ihr Umfeld verändert sich. Genau darum geht es bei der Instandhaltung von Software: um alle Eingriffe, die eine Anwendung nach der Übergabe lauffähig und sicher halten.
Ein Mann malt ein abstraktes Gemälde. Ein Symbolbild für die Instandhaltung von Software.
© Gorodenkoff

Instandhaltung Software: Definition

Instandhaltung von Software bezeichnet alle Arbeiten, die eine Anwendung nach der Inbetriebnahme funktionsfähig, sicher und anpassbar halten. Dazu zählen das Beheben von Fehlern, das Nachziehen von Abhängigkeiten und Laufzeitumgebungen, Anpassungen an geänderte Vorschriften und kleinere Erweiterungen. Der Begriff stammt aus der Technik und wird im Softwarebereich synonym zu Softwareinstandhaltung verwendet.

Vier Arten von Eingriffen

Die Fachliteratur unterscheidet vier Typen. Korrektive Instandhaltung behebt aufgetretene Fehler, adaptive folgt Änderungen im Umfeld wie neuen Betriebssystemversionen, perfektive verbessert Bedienung oder Laufzeit, präventive beugt künftigen Störungen vor. Den größten Anteil hat über die Lebensdauer nicht die Fehlerbehebung, sondern die Anpassung an das Umfeld. Genau deshalb entsteht Aufwand auch dann, wenn niemand eine neue Funktion bestellt.

Wie die Instandhaltung im Betrieb abläuft

Grundlage ist ein festgelegter Ablauf statt einzelner Zurufe. Meldungen werden erfasst, bewertet und eingeplant, Änderungen in einer Testumgebung geprüft und danach kontrolliert übernommen. Ohne diesen Ablauf verschiebt sich die Arbeit von der Planung in den Notfall, und die Kosten steigen mit jeder ungeplanten Störung. Der übergeordnete Rahmen dafür ist das IT-Service-Management, das Rollen, Meldewege und Fristen beschreibt.

Software Instandhaltungsmanagement

Das Software-Instandhaltungsmanagement legt fest, wer entscheidet und woran der Zustand gemessen wird. Üblich sind Kennzahlen zu Reaktions- und Wiederherstellungszeiten, eine Übersicht der eingesetzten Bausteine samt Supportende und ein Verfahren für Sicherheitsupdates. Verbindlich wird das erst über einen Wartungs- und Supportvertrag, der Verfügbarkeiten und Fristen benennt.

Was den Aufwand treibt

Der Aufwand hängt weniger am Alter der Anwendung als an ihrer Umgebung. Jede fremde Komponente, jede Schnittstelle und jede Laufzeitumgebung hat ein eigenes Supportende, und mit jeder kommt ein Termin hinzu, an dem etwas nachgezogen werden muss. Eine Anwendung mit dreißig Abhängigkeiten erzeugt deshalb dauerhaft Arbeit, auch ohne Änderungswünsche. Wer den Aufwand senken will, reduziert Abhängigkeiten und dokumentiert sie, statt die Instandhaltung Software später zu strecken.

Abgrenzung zur Softwarewartung

Die Begriffe überschneiden sich weitgehend. Softwarewartung meint im engeren Sinn die laufende technische Pflege, Instandhaltung von Software fasst darüber hinaus auch planende und vorbeugende Anteile. In Verträgen zählt deshalb nicht das Wort, sondern der beschriebene Leistungsumfang. Wer beide Begriffe unbestimmt verwendet, streitet später über den Umfang, und die Softwareinstandhaltung wird zum Streitfall statt zur Routine. Hilfreich ist eine Anlage zum Vertrag, die jede Art von Eingriff mit Beispiel, Frist und Zuständigkeit auflistet. Darin wird auch geklärt, welche Arbeiten im Pauschalpreis enthalten sind und welche nach Aufwand abgerechnet werden.

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