Shopware
Was ist Shopware?
Shopware ist ein deutsches E-Commerce-System, das 2004 in Schöppingen entstand und heute in der sechsten Hauptversion vorliegt. Es verwaltet Produkte, Bestellungen, Preise und Inhalte eines Onlineshops und stellt dieselben Funktionen zusätzlich über eine Programmierschnittstelle bereit. Neben einer kostenlosen Community-Edition gibt es mehrere kostenpflichtige Editionen.
Der Sprung auf Version 6 im Jahr 2019 war kein Update, sondern ein technischer Neuanfang. Die Plattform steht seither auf Symfony und damit auf demselben Unterbau, den auch andere Projekte der PHP-Entwicklung nutzen. Ein direkter Umstieg von Version 5 ist deshalb nicht vorgesehen, Themes, Erweiterungen und Eigenentwicklungen entstehen neu.
Architektur von Shopware 6
Das System teilt sich in zwei Bereiche. Die Platform bildet das Backend auf Basis von PHP und Symfony, die Storefront das Frontend über Twig-Vorlagen. Beide sprechen über eine REST-Schnittstelle miteinander, ergänzt um eine getrennte Admin-Schnittstelle für die Verwaltung.
Aus dieser Trennung folgt der Headless-Betrieb. Das Frontend lässt sich vollständig ersetzen, etwa durch eine eigene Anwendung oder die Einbettung in ein bestehendes Portal, ohne das Backend anzufassen. Für den Katalog kommen bei größeren Beständen Elasticsearch, Redis und ein vorgeschalteter Cache hinzu.
Stärken und Betriebskosten
Der Zuschnitt auf den deutschsprachigen Markt ist das stärkste Argument. Rechtstexte, gängige Zahlungsanbieter und die Anforderungen der deutschen Buchhaltung sind vorgesehen und nicht nachgerüstet. Dazu kommt ein Redaktionswerkzeug, mit dem Marketingteams Landingpages und Produktseiten ohne Entwicklung gestalten.
Shopware 6 ist in der Community-Edition kostenlos, für den professionellen Betrieb wird aber meist eine kostenpflichtige Edition benötigt. Die Gesamtkosten liegen regelmäßig über der Anfangsschätzung. Zu Lizenz und Hosting kommen Erweiterungen, deren Qualität schwankt, deren Updates ausbleiben können und deren Zusammenspiel bei jedem Versionswechsel neu zu prüfen ist. Je tiefer ein Shop im Ökosystem sitzt, desto teurer wird ein späterer Wechsel.
Wann eine eigene Lösung passt
Ein Standardsystem trägt, solange die Prozesse zu ihm passen. Individuelle Preislogiken, Abomodelle, Konfiguratoren oder Marktplätze mit mehreren Anbietern führen dagegen zu Anpassungen, die gegen die Architektur arbeiten. Dasselbe gilt, wenn der Shop nur ein Baustein neben ERP, CRM und Logistik ist.
In solchen Fällen kann eine Softwareentwicklung auf demselben Framework die schlankere Lösung sein, weil die Geschäftslogik dann nicht gegen ein Shopsystem durchgesetzt werden muss, sondern den Kern der Anwendung bildet. Die Entscheidung gehört an den Anfang eines Projekts, denn ein Wechsel nach dem Livegang kostet erneut Datenmigration, Schnittstellen und Schulung.
Aktuelle Themen