Joomla
Was ist Joomla?
Joomla entstand 2005 als Fork von Mambo und gehört neben WordPress und Drupal zu den drei großen Open-Source-Content-Management-Systemen auf PHP-Basis. Der Name stammt aus dem Swahili-Wort „Jumla” (Gesamtheit) und spiegelt den Anspruch wider, ein universelles CMS zu sein.
Das System basiert auf einer MVC-Architektur (Model-View-Controller) mit eigener Template-Engine und einem Extension-System für Komponenten, Module und Plugins. Als Datenbank kommen MySQL oder PostgreSQL zum Einsatz.
Verbreitung und Marktposition
Joomla hat in den letzten Jahren kontinuierlich Marktanteile verloren. Während WordPress über 60 % aller CMS-betriebenen Websites antreibt, liegt Joomla bei rund 2 %. Die Community ist kleiner geworden, die Frequenz neuer Extensions hat abgenommen, und der Pool verfügbarer Joomla-Entwickler schrumpft.
Das bedeutet nicht, dass Joomla schlecht ist — aber es bedeutet, dass Unternehmen mit bestehenden Joomla-Installationen strategisch denken müssen.
Stärken von Joomla
Flexibles Rechtesystem: Joomla bietet ein granulares Access Control System (ACL) mit beliebig verschachtelten Benutzergruppen und feinteiligen Berechtigungen. Für Websites mit mehreren Redaktions- und Genehmigungsebenen ist das ein echter Vorteil gegenüber WordPress.
Mehrsprachigkeit ohne Plugins: Joomla bringt eine native Mehrsprachigkeitslösung mit — inklusive Sprachverknüpfungen, sprachspezifischer Menüführung und automatischer Sprachweiterleitung. Bei WordPress ist dafür ein Plugin wie WPML oder Polylang erforderlich.
Community-Funktionen: Foren, Benutzerprofile und Community-Erweiterungen sind in Joomla besser integriert als in vielen anderen CMS. Für Vereinsseiten, Portale und Mitglieder-Plattformen war das ein häufiger Grund, Joomla zu wählen.
Schwächen und Risiken
Schrumpfende Community: Weniger Entwickler bedeutet weniger Extensions, langsamere Sicherheitsupdates und höhere Kosten für individuelle Anpassungen. Die Abhängigkeit von einzelnen Extension-Entwicklern ist ein reales Risiko.
Veraltete Architektur: Trotz Modernisierungen in Joomla 4 und 5 wirkt die Codebasis im Vergleich zu modernen Frameworks wie Laravel oder Symfony veraltet. Dependency Injection, automatisiertes Testing und moderne Deployment-Pipelines sind nachgerüstet, nicht nativ gedacht.
Sicherheitsrisiken bei ungepflegten Installationen: Joomla-Websites, die nicht regelmäßig aktualisiert werden, sind ein bevorzugtes Ziel für Angreifer. Die Kombination aus verbreiteter Software und häufig vernachlässigter Wartung macht Joomla-Installationen anfällig für bekannte Exploits.
Entwicklerverfügbarkeit: Erfahrene Joomla-Entwickler sind am Arbeitsmarkt schwer zu finden. Für Unternehmen, die langfristige Projekte planen, ist das ein strategisches Risiko.
Joomla vs. WordPress
| Kriterium | Joomla | WordPress |
|---|---|---|
| Marktanteil | ~2 % | ~63 % |
| Rechtesystem | Granulares ACL | Basis, erweiterbar |
| Mehrsprachigkeit | Nativ | Über Plugins |
| Lernkurve | Steiler | Flacher |
| Extensions | Schrumpfend | Riesiges Ökosystem |
| Hosting-Anforderungen | Moderat | Gering |
| Entwicklerverfügbarkeit | Gering | Sehr hoch |
Für neue Projekte ist WordPress in den meisten Fällen die pragmatischere Wahl. Für bestehende Joomla-Installationen stellt sich die Frage: Weiterbetreiben, migrieren oder komplett neu denken?
Joomla-Migration: Optionen und Empfehlungen
Unternehmen mit bestehenden Joomla-Websites haben drei Optionen:
Option 1: Joomla aktuell halten. Wer mit Joomla zufrieden ist, sollte mindestens auf Joomla 5 aktualisieren und einen professionellen Wartungsvertrag einrichten. Regelmäßige Sicherheitsupdates und Backups sind Pflicht.
Option 2: Zu WordPress oder TYPO3 migrieren. Für Content-lastige Websites kann eine Migration auf ein anderes CMS sinnvoll sein. TYPO3 bietet sich für größere Unternehmensauftritte an, WordPress für kleinere und mittlere Websites.
Option 3: Auf Individualsoftware umsteigen. Wenn die Joomla-Website mehr Applikation als Content-Plattform ist — mit Mitgliederverwaltung, Buchungssystemen oder komplexer Geschäftslogik — ist eine maßgeschneiderte Lösung auf Basis von Laravel oder Symfony langfristig die bessere Architektur.
Bei jeder Migration gilt: Eine professionelle Datenmigration stellt sicher, dass Inhalte, Benutzerkonten, SEO-Rankings und URL-Strukturen erhalten bleiben.
Weiterführende Informationen
- PHP-Entwicklung mit Laravel und Symfony – Moderne PHP-Frameworks als Joomla-Alternative
- Legacy-Modernisierung – Strategien für den Umstieg auf aktuelle Architekturen
- WordPress – Das meistgenutzte CMS im Vergleich
- TYPO3-Entwicklung – Enterprise-CMS für größere Projekte
- Datenmigration – Sichere Überführung bei CMS-Wechseln