Drupal

Fördermittelanträge, Ausschreibungen, Prüfberichte, jedes mit eigenen Feldern und eigenen Freigabewegen. Wo ein Webauftritt solche Datensätze verwalten soll und nicht nur Artikel, kommt Drupal ins Spiel.
Sonnenschein. Draußen sitzt vor einer blauen Wand ein dynamischer Programmierer lässig auf dem Boden. Er trinkt Kaffee und arbeitzet an seinem Notebook mit dem Drupal CMS.
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Was Drupal ist

Drupal ist ein quelloffenes Content Management System für umfangreiche Webauftritte. Redaktionen arbeiten im Browser, die Anwendung läuft in PHP auf einem eigenen Server und legt ihre Inhalte in einer relationalen Datenbank ab. Erstmals veröffentlicht hat es Dries Buytaert im Jahr 2001, womit es zu den ältesten noch aktiven Projekten seiner Art zählt. Gemessen an der Zahl der Installationen liegt es weit hinter den einfacheren Systemen, gemessen an der Größe der einzelnen Projekte deutlich davor. Die Frage ist nie, ob es genug kann, sondern ob der Bedarf reicht.

Das feldbasierte Datenmodell

Hier liegt der eigentliche Unterschied zu einfacheren Systemen. Ein Inhalt ist keine Seite mit Text, sondern ein selbst definierter Typ aus einzelnen Feldern, etwa Aktenzeichen, Frist, Zuständigkeit und Anlage. Diese Felder lassen sich verknüpfen, filtern und in beliebiger Form ausgeben, als Liste, Karte, Tabelle oder als Datenschnittstelle für eine andere Anwendung. Damit lässt sich ein Fachverfahren nachbauen, nicht nur eine Website. Der Kern setzt seit Version 8 auf Komponenten von Symfony auf und ist damit für Entwicklungsteams zugänglicher als früher.

Module und Verbreitung

Zusätzliche Funktionen kommen als Drupal-Module hinzu, aus einem großen öffentlichen Verzeichnis oder als eigene Entwicklung. Ein eigenes Modul ist hier der Normalfall, nicht die Ausnahme. Weil das Datenmodell offen ist, führt der Weg zur Sonderanforderung häufiger über eigenen Code als über eine Einstellung in der Oberfläche. Das verschiebt den Aufwand nach vorn in die Entwicklung und senkt ihn hinten im Betrieb, weil weniger fremde Erweiterungen gepflegt werden müssen.

Drupal für Behörden und Hochschulen

Der öffentliche Sektor ist ein Schwerpunkt, international deutlicher als im deutschsprachigen Raum. Anziehend wirken dort die Offenheit des Quellcodes, die fehlende Lizenzbindung und der Umstand, dass sich Nachweise für Barrierefreiheit und Datenhaltung selbst erbringen lassen. Auch der Betrieb im eigenen Rechenzentrum ist ohne Zusatzvereinbarung möglich, was in Vergabeverfahren regelmäßig gefordert wird. Wie jede andere PHP-Entwicklung verlangt der Betrieb dafür Serverpflege, gepflegte Versionsstände und eine gewartete Datenbank.

Was die Einarbeitung kostet

Die Offenheit hat ihren Preis in der Lernkurve. Begriffe wie Entity, Bundle oder View haben eine feste Bedeutung, die sich nicht erraten lässt, und die Zahl erfahrener Entwicklungsteams ist hierzulande begrenzt. Für Redaktionen fällt die Umstellung geringer aus als für die Technik, weil sie am Ende Formulare ausfüllen. Wer ein Enterprise-CMS auswählt, prüft die Verfügbarkeit von Fachleuten mit. Als hier stärker verbreitete Alternative im ähnlichen Größenbereich steht TYPO3 bereit.

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