Zend Framework / Laminas

Das Zend Framework war über ein Jahrzehnt lang das Enterprise-PHP-Framework schlechthin. 2019 wurde es in Laminas umbenannt und als Community-Projekt weitergeführt. Viele Unternehmen betreiben noch Anwendungen auf Zend/Laminas-Basis und stehen vor der Frage, ob sie migrieren oder modernisieren.
Ein bunter Roboter sitzt vor einem Bücherregal und liest ein Buch über die Programmierung mit dem Zend-Framework.
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Was ist das Zend Framework?

Das Zend Framework wurde 2006 von Zend Technologies veröffentlicht, dem Unternehmen, das auch die Zend Engine entwickelt hat, den Kern des PHP-Interpreters. Damit war Zend Framework das „offizielle“ Enterprise-Framework der PHP-Welt.

Das Framework verfolgt einen komponentenbasierten Ansatz: Über 60 lose gekoppelte Komponenten können einzeln oder als Full-Stack-Framework eingesetzt werden. Wichtige Komponenten umfassen Zend\Db (Datenbankabstraktion), Zend\Mvc (Model-View-Controller), Zend\Authentication und Zend\Permissions.

Von Zend zu Laminas

2019 übergab Zend Technologies das Framework an die Linux Foundation. Es wurde in Laminas umbenannt und als Community-Projekt weitergeführt. Technisch handelt es sich um dasselbe Framework, nur der Namespace änderte sich von Zend\* zu Laminas\*.

Für bestehende Zend-Anwendungen bedeutet das: Der Code funktioniert weiterhin, aber Sicherheitsupdates und Weiterentwicklungen erfolgen nur noch unter dem Laminas-Namen. Eine Namespace-Migration ist erforderlich, um aktuell zu bleiben.

Stärken des Zend Framework / Laminas

Enterprise-tauglich: Zend wurde von Anfang an für große, komplexe Anwendungen konzipiert. Strikte Interfaces, lose Kopplung und eine klare Komponentenstruktur machen den Code wartbar, auch in Teams mit vielen Entwicklern.

Komponentenbasiert: Einzelne Laminas-Komponenten lassen sich unabhängig vom Rest des Frameworks einsetzen. Das ermöglicht die schrittweise Modernisierung bestehender Anwendungen, ohne alles auf einmal umbauen zu müssen.

Magento-Fundament: Magento 2 basiert auf Zend/Laminas-Komponenten. Wer Magento-Projekte betreut, arbeitet indirekt mit Laminas. Dieses Wissen ist übertragbar.

Schwächen und Herausforderungen

Schrumpfende Community: Die Laminas-Community ist deutlich kleiner als die von Laravel oder Symfony. Neue Pakete, Tutorials und Entwickler-Tools entstehen seltener. Der Innovation-Schwerpunkt hat sich verschoben.

Höhere Einstiegshürde: Im Vergleich zu Laravel ist der Einstieg in Laminas aufwendiger. Es gibt keine „Convention over Configuration“-Philosophie, alles muss explizit konfiguriert werden.

Geringere Entwicklerverfügbarkeit: Zend/Laminas-Entwickler sind am Arbeitsmarkt selten. Für Unternehmen, die langfristige Projekte planen, ist die Personalsuche eine echte Herausforderung.

Kein klares Alleinstellungsmerkmal mehr: Was Zend einst auszeichnete, Enterprise-Qualität und lose Kopplung, bieten Laravel und Symfony heute ebenfalls, kombiniert mit einer größeren Community und besseren Werkzeugen.

Zend/Laminas-Migration: Wann und wohin?

Unternehmen mit bestehenden Zend-Anwendungen sollten drei Faktoren bewerten:

1. PHP-Version: Läuft die Anwendung noch auf PHP 7.x oder älter? Dann ist eine Migration dringend, unabhängig vom Framework, da PHP 7.4 seit November 2022 keinen Security-Support mehr erhält.

2. Laminas-Kompatibilität: Wurde die Namespace-Migration von Zend\* auf Laminas\* bereits durchgeführt? Falls nicht, ist das der erste Schritt.

3. Langfristige Strategie: Soll die Anwendung noch fünf oder mehr Jahre betrieben werden? Dann ist ein Wechsel auf ein aktiveres Framework sinnvoll.

Migrationspfade

Zu Symfony: Die naheliegendste Migration, da beide Frameworks ähnliche Architekturprinzipien verfolgen (Dependency Injection, Service Layer, explizite Konfiguration). Viele Laminas-Konzepte haben direkte Symfony-Äquivalente.

Zu Laravel: Erfordert mehr Umdenken, da Laravel stärker auf Conventions und Eloquent ORM setzt. Der Vorteil: Die riesige Community, das Ökosystem und die Entwicklerverfügbarkeit.

In beiden Fällen ist ein schrittweiser Ansatz möglich, etwa über das Strangler Fig Pattern, bei dem neue Funktionen im Ziel-Framework entwickelt werden, während die bestehende Anwendung schrittweise abgelöst wird.

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