KI-Agenten erstellen lassen: Auftrag, Abnahme, Betrieb
KI-Agenten erstellen lassen oder selbst bauen
41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen künstliche Intelligenz ein, doch 70 Prozent nennen fehlende Fachkräfte als Hindernis. Ein KI-Agent ist dabei kein Chatprogramm, sondern Software, die selbst handelt.
KI-Agenten erstellen lassen bedeutet, ein Softwaresystem zu beauftragen, das ein vorgegebenes Ziel selbstständig in Arbeitsschritte zerlegt und diese in vorhandenen Fachsystemen ausführt. Der Auftrag legt fest, welche Daten der Agent liest, welche Vorgänge er schreiben darf, wer seine Entscheidungen freigibt und wie das Ergebnis abgenommen wird.
Wo No-Code-Plattformen aufhören
Plattformen wie Copilot Studio oder n8n versprechen KI-Agenten ohne Programmierung und halten das für einfache Abläufe ein. Sie lösen die leichte Hälfte der Aufgabe, also das Ziel formulieren und dokumentierte Dienste anbinden. Die schwere Hälfte beginnt am Bestandssystem, denn dort entscheidet nicht das Modell, sondern das Berechtigungskonzept. Wie viel Autonomie ein KI-Agent bekommen darf, ist deshalb eine Frage der Haftung und keine der Technik.
Reicht eine Plattform für den Dauerbetrieb?
Für einen abgeschlossenen Ablauf ohne Schreibzugriff genügt sie oft. Sobald der Agent Angebote anlegt, Bestände bucht oder Fristen setzt, verschiebt sich die Frage von der Bedienbarkeit zur Verantwortung. Dann zählt, ob sich jeder Schritt nachträglich belegen lässt. KI-Agenten selbst erstellen bindet außerdem an eine Plattform, und beim Selbstbau bleibt meist offen, wem Prompts und Regelwerk gehören.
Woran ein Prototyp im Fachsystem scheitert
Die Stolpersteine wiederholen sich über Branchen hinweg und liegen selten im Sprachmodell. Sie entstehen dort, wo der Agent auf gewachsene Systeme trifft. Fünf Punkte bringen Prototypen regelmäßig zum Stehen:
❗ Schreibrechte, die niemand verantworten will
❗ Schnittstellen ohne Protokoll über Änderungen
❗ Stammdaten in mehreren Systemen mit abweichendem Stand
❗ fehlende Rückfallebene bei einer falschen Entscheidung
❗ Freigabestufen, die im Prototyp nie vorgesehen waren
KI-Agenten ohne Programmierung scheitern genau hier, und erst die Klärung dieser Punkte macht aus einer Demo eine KI-Anwendung im Unternehmen. Der Prototyp beweist die Machbarkeit, nicht die Betriebsfähigkeit.
KI-Agenten erstellen: was ins Lastenheft gehört
Ein Angebot ist nur so genau wie die Anfrage, und KI-Agenten-Dienstleister kalkulieren im Zweifel den kleinsten plausiblen Umfang. Der Leistungsgegenstand lässt sich nicht vollständig beschreiben, weil das Verhalten von Daten und Modell abhängt. Beschreibbar sind dafür die Grenzen, also welcher Ablauf gemeint ist, welche Systeme beteiligt sind und wer im Zweifel freigibt.
Vier Angaben, ohne die kein Angebot trägt
Diese vier Angaben kosten intern einen halben Tag und sparen zwei Angebotsrunden. Ohne sie kalkuliert jeder KI-Agenten-Dienstleister einen anderen Umfang, und die Preise streuen erheblich.
- der Ablauf mit Auslöser, Zwischenschritten und Ergebnis
- alle Systeme, die der Agent liest oder beschreibt
- die höchste Entscheidung, die er ohne Rückfrage treffen darf
- die Stelle, die im Zweifelsfall freigibt
Diese Klärung verlagert die Unsicherheit aus dem Preis in den Zuschnitt. KI-Agenten erstellen zu lassen beginnt deshalb beim Prozess und nicht bei der Modellwahl, und eine KI-Integration für Unternehmen folgt derselben Reihenfolge.
Warum lassen sich Angebote kaum vergleichen?
Weil sie unterschiedliche Dinge enthalten. Ein KI-Agenten-Anbieter rechnet die Anbindung an zwei Systeme ein, der nächste nur den Agenten selbst, ein dritter legt Betrieb und Modellkosten für zwölf Monate dazu. Der Umgang mit KI im Entwicklungsprozess ist davon getrennt zu betrachten, denn dort geht es um die Herstellung und hier um das bestellte Produkt. Der günstigste KI-Agenten-Anbieter beschreibt meist den kleinsten Umfang.
Abnahme: wann ein KI-Agent als fertig gilt
Abnahmekriterien für KI-Agenten sind der Punkt, an dem diese Projekte anders laufen als Softwareprojekte. Klassische Software liefert bei gleicher Eingabe dasselbe Ergebnis, ein Agent nicht. Damit fällt das übliche Verfahren weg, bei dem eine Liste von Funktionen durchgeprüft und abgezeichnet wird. An seine Stelle tritt eine Stichprobe mit vorher festgelegter Trefferquote und ein definiertes Verhalten für den Zweifelsfall.
Warum übliche Abnahmekriterien nicht greifen
Viele IT-Verträge enthalten die Klausel, dass sich die Parteien im Projektverlauf auf Abnahmekriterien einigen. Bei einem Agenten ist das der teuerste Satz im Vertrag, weil nach dem Start niemand mehr eine Quote vereinbaren will, die das eigene Werk schlecht aussehen lässt. Abnahmekriterien für KI-Agenten lassen sich dagegen vorab festschreiben:
- die Trefferquote über eine Stichprobe echter Vorgänge
- das Verhalten bei unklarer Datenlage, meist Abbruch mit Vorlage
- die Protokolltiefe je Arbeitsschritt
- die Reaktion auf einen Systemausfall mitten im Ablauf
Ohne vorab vereinbarte Quote ist die Abnahme eine Verhandlung ohne Maßstab.
KI-Agenten entwickeln lassen: erst der Probelauf
Der Probelauf ersetzt die Vorführung. Über zwei bis vier Wochen läuft der Agent auf echten Vorgängen mit, ohne zu schreiben, und sein Vorschlag wird mit der Entscheidung der Fachkraft verglichen. Das ergibt die Quote, gegen die später abgenommen wird, und deckt gleichzeitig Datenlücken auf, die in keiner Anforderung stehen. Der Probelauf gehört deshalb ins Angebot und nicht in einen Nachtrag.
Wem gehören Prompts und Regelwerk?
Dem Unternehmen nur dann, wenn der Vertrag es sagt. Anders als beim Quellcode ist das Regelwerk eines Agenten kein abgeschlossenes Werk, sondern besteht aus Anweisungen, Beispieldaten, Schwellwerten und Testfällen, die im Betrieb ständig nachgezogen werden. Ohne Klausel bleibt offen, ob diese Konfiguration bei einem Wechsel des Anbieters im Unternehmen bleibt. Belastbar ist eine Zusicherung, dass Prompts, Regeln und Testfälle frei verwendbar bleiben und maschinenlesbar herausgegeben werden.
Bei öffentlichen Auftraggebern
KI-Agenten für Behörden beauftragen bringt eine zusätzliche Schwierigkeit mit. Eine Leistungsbeschreibung muss den Auftrag eindeutig und abschließend beschreiben, ein handelnder Agent lässt das aber nicht zu. Der praktikable Weg beschreibt deshalb Ablauf, Autonomiestufe und Abnahmequote als Mindestanforderung, statt ein Ergebnis festzulegen. Dazu kommen die Nachweispflichten der Beschaffung von KI-Systemen, die sich nach der Risikoklasse des Systems richten.
KI-Agenten erstellen lassen: Kosten und Dauer
Was es kostet, einen KI-Agenten erstellen zu lassen, hängt an zwei Größen, nämlich der Zahl der angebundenen Systeme und der Tiefe der Freigabelogik. Laut dem Freelancer-Kompass 2026 liegt der mittlere Stundensatz in der Software- und Webentwicklung bei 90 Euro, über alle IT-Rollen bei 95 Euro. Ein deutlich höherer Satz braucht eine nachvollziehbare Begründung.
Was den Preis eines Agentenprojekts treibt
Der größte Posten steckt selten dort, wo er vermutet wird. Modellkosten sind bei den meisten Abläufen der kleinste Anteil, während die Anbindung an den Bestand den Aufwand bestimmt. Vier Faktoren verschieben den Preis deutlich:
- die Zahl der Systeme, in die der Agent schreibt
- das Alter der Schnittstellen und ihre Dokumentation
- die Zahl der Freigabestufen und ihre Ausnahmen
- die geforderte Protokolltiefe für Prüfungen
KI-Agenten an Bestandssysteme anbinden ist Schnittstellenarbeit, und bei alten Systemen ohne offene Schnittstelle entsteht daraus zuerst ein Projekt der API- und Schnittstellenentwicklung. Die Anbindung kostet regelmäßig ein Vielfaches des Modells.
KI-Agenten entwickeln lassen: Weg in den Betrieb
Wie lange die Entwicklung eines KI-Agenten dauert, hängt am Zuschnitt. Ein Agent mit einem System und klarem Ablauf ist ein Projekt von Wochen, einer über vier Systeme mit eigenen Freigabewegen eines von Monaten. KI-Agenten für den Mittelstand erstellen lassen heißt deshalb, mit einem einzigen Ablauf anzufangen und den Modellwechsel vertraglich zu regeln, weil sich Modelle, Schnittstellen und Berechtigungen laufend ändern.
TenMedia entwickelt KI-Agenten als Individuallösung und bindet sie an vorhandene Fachsysteme an. Der Schwerpunkt liegt auf abgestuften Freigaben und auf einer Abnahme über die vereinbarte Quote. Kontrollierte Zugriffe auf ein eigenes Sprachmodell waren auch die Kernanforderung bei einer Plattform für einen persönlichen KI-Assistenten. Wer KI-Agenten erstellen lassen will, wählt den ersten Ablauf besser klein und messbar als umfassend.